Review

Und alle Jahre wieder, erfreut uns die Kinoleinwand mit einem Selbstjustiz-Actioner.
Konnten mich vorher schon Scotts "Man on Fire" sowie "Death Sentence" mit Kevin Bacon überzeugen,erhoffte ich hier ähnliche Qualität.Und ja, auch 96 Hour überzeugt.
Vom Aufbau her ist er aber eher mit Man on Fire zu vergleichen. Hier wird die ersten 30 Minuten versucht dramaturgisch zu punkten. Was aber nicht ganz ohne ein paar Holperstellen funktioniert.
Liam Neeson ist ganz klarer Symphatieträger, trotzdem wirkt seine Figur drehbuchbedingt zu melodramatisch, was sein Verhältnis zu seiner Tochter angeht. Die Intension, dass Neeson alles für seine Tochter machen würde, ist schnell klar und hätte weniger Anlässen bedarft, um dies nochmal zu unterstreichen.Vielmehr hätte man hier die Zeit nutzen können , die übrigen Charaktere und gerade die Tochter(die strapazierte Vater-Tochter-Story ist ja schonmal ein guter Ansatz gewesen) zu detailieren.
Trotz der kleinen Schwächen und der ab und zu aufdringlich wirkenden , eingestreuten Dialogen bzw Szenen, wo es eigentlich nur darum geht ,dem Zuschauer zu erklären , warum z.B. Neeson sich mit Waffen und taktischen Manövern auskennt, ist der Anfang nicht langweilig. Die etwas längere actionschwachere Einfrührung, bildet einen sehr guten Kontrast zu den letzen 2 Dritteln.
Kommen wir zum eigentlichen Rachefeldzug, hier wird voll gepunktet.Als erstes mal ist hier Liam Neeson als glaubwürdiger und sehr gut agierender Fighter zu erwähnen.Wer hätte gedacht, dass hier mit Neeson Bourne(Ultimatum)ähnliche Fights choreographiert würden. Die Fights sind allesamt sehr gut gelungen.Es gibt keine großartigen Schauwerte in Form von Zeitlupensequenzen oder unrealistischem herumfliegen von Personen.Wirklich genial, wie konsequent hier die kämpferische Vorgehnsweise inszeniert wurde.Mit purstem Purismus erledigt Neeson seine Gegener.Kurze prägnante Schläge zu Hals bzw knochenbrechende Schläge, sind an der Tagesordnung.
Neeson wird meist von mehreren Gegner angegriffen und dagegen versucht er den wirklich kürzesten und effektivsten Kampfeinsatz zu realisieren. Er will die Bösen töten, da wird wirklich keiner verschont,Leute von hinten in den Rücken abgeknallt und gefoltert. Hut ab wirklich genial, mit welcher konsequenten Härte, die Hauptfigur sich durch die bösen Buben fightet.
Ok die Story ist simple, aber darum müsste jeder bescheid wissen, was aber in keinster Weise den Film abwertet.
Was ist ebenfalls nicht gelten lasse ,ist eine Abwertung des Film aufgrund seiner Kernaussage "mit Selbstjustiz kommt man ans Ziel".Das ist ein Thema, über das man lange disskutieren kann, deswegen Filme schlecht zu machen ist aber meiner Meinung nach infantiles Verhalten.

Fazit:
96 Hour bietet einiges.Die Actionszenen sind großartig inszeniert, die Schauplätze für die Kampfszenen sind vielseitig gewählt und Liam Neeson gibt eine absolut glaubwürdige Kämpfernatur ab.
Der Film unterhält! Auch wenn Nesson praktisch in rambomanier bestimmt 30 Leute im Film alleine ausschaltet ohne eine ebenwürdigen Gegener zu haben.
Wer die oben erwähnten gernegleichen Filme mag, wird diesem hier mit Sicherheit einen gleichwerigen Platz dazwischen in seinem DVD-Reagal freihalten.

8 von 10 Punkten

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