96 Hours fängt mit einer klassischen „Vater rettet Tochter-Story“ eher seicht, mit ruhigen Erzählstil, an. Bis die Geschichte an Fahrt aufnimmt, vergehen knapp 30 Minuten. Aber, spätestens, ab der Entführung der 17Jährigen Tochter, die so gut in Szene gesetzt ist, das sie jeden Vater unter den Zuschauern besonders anspricht, geht die Party ab und man fiebert der Abrechnung mit den Widersachern förmlich entgegen. Denn was die Kidnapper nicht wissen: Papa ist ein Ex-Agent, mit Spezialausbildung und Verbindungen, im Ruhestand. Und der ist stink sauer!Was hier allerdings sehr positiv ins Gewicht fällt, ist die Tatsache, dass der knallharte Rachefeldzug, zur Abwechslung, mal ohne derbe Shot-Outs daher kommt. Was allerdings nicht bedeutet dass die „Tötungsszenen“ verharmlost erscheinen. Ganz im Gegenteil. Sie erscheinen sogar realistischer, auch wenn das meiste im Off geschieht. Aber keine Angst. Dinge, wie Gesichtsbremsen auf Keramik-Waschbecken darf man dann trotzdem bestaunen und hat seine helle Freude an den Abgängen der Schurken. Haben die sich schließlich auch redlich verdient.
Alles in allen, ein guter Action-Thriller mit einem fitten Liam Neeson. Allerdings, seien wir mal ehrlich, Kampfwurst-Opa Seagal hätte auch gut in diese Rolle gepasst.