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Nicht ohne meine Tochter

Bryan Mills (Liam Neeson) war früher als Spezialagent für die CIA tätig, um weltweit gefährliche Einsätze für sein Land zu meistern. Darunter hat allerdings seine Ehe gelitten, weswegen er mittlerweile ruheständlicherisch in L.A. wohnt, um in der Nähe seiner Tochter Kim (Maggie Grace) sein zu können, die mehrheitlich ohne ihn groß geworden ist.

Kurz nach ihrem 17. Geburtstag möchte sie mit ihrer Freundin Amanda auf einen angeblichen Museumstrip nach Paris. Bryan äußert Bedenken, gibt dann aber schließlich doch nach, um vor seiner Ex-Frau nicht noch schlechter als ohnehin schon dazustehen. Bryans düstere Vorahnung soll sich allerdings schon bald bewahrheiten, denn kaum sind die beiden Mädchen in der Wohnung von Amandas Cousine, werden sie auch schon von einer Menschenhändlerbande entführt. Dies hört Bryan am Handy mit und nun muss er wohl oder übel wieder aktiv werden, um seine Tochter zu befreien. Dafür bleiben ihm exakt 96 Stunden, ansosten verliert sich ihre Spur für immer.


Taken gehört zur Gattung der geradlinigen Actionfilme im Stil der 80er, die ohne großes Tamtam oder CGI-Effekte schnell zum Punkt kommen. Dank der kurzen Laufzeit von nur 90 Minuten beschränkt sich die Story auf das, was wirklich zählt - nämlich die Entführung von Tochter Kim.

Gut so, denn das gibt Hauptdarsteller Liam Neeson genügend Raum, in Aktion zu treten und mit seinen eigenen Methoden nach seiner Tochter zu suchen. Obwohl der ehemalige CIA-Agent stets die Kontrolle über seine Taten behält, macht es ihm Drehbuchautor Luc Besson auch nicht zu einfach. Mehrmals scheint er im gefunden zu haben, nur um dann festzustellen, dass das jeweilige Mächen ihr nur ähnlich sieht.

Obwohl die Action eindeutig im Vordergrund steht, bekommt Bryans Charakter dennoch etwas Tiefe zugestanden, indem gleich zu Beginn ein wenig von seiner Hintergrundgeschichte erzählt wird und seine aktuelle, nicht allzu rosige Situation dargestellt wird.

Spätestens ab dem Punkt, an dem Kim und Amando von Peter, dem Kontaktmann der Menschenhändler angesprochen werden nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf und bleibt bis zum Finale auf konstant hohem Tempo.

Durch das Thema Prostitution und Menschenhandel bekommt der Film einen sehr ernsten Grundton, der zwar immer mal wieder durch gelungene Oneliner aufgelockert wird, sich aber nie als spaßiger Actionfilm versteht. Die Umstände der entführten Mädchen werden hart dargestellt und so wirkt es beinnahe erleichternd, wenn Bryan unter diesen Drecksäcken aufräumt.

Dies geschieht durch viele bleihaltige, nicht übermäßig blutige Schusswechsel, einige Verfolgungsjadgen und vor allen Dingen mittels sehr gut choreographierter Prügeleien, die klar von den Bourne-Filmen inspiriert wurden und leider ein klein wenig zu hektisch geschnitten wurden, so dass man manchmal den Überblick verliert.

Sehr schön auch mal wieder zu sehen, dass es auch ohne CGI möglich ist, spektakuläre Effekte auf den Bildschirm zu zaubern. Liam Neeson brilliert dabei als verzweifelter Vater, der alles tut, um seine Tochter zu befreien und dennoch verletzlich wirkt. Neben Ronin für mich einer der besten klassischen Actionfilme der letzten Jahre.

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