Millennial-Die Hard
Hart, schnell und voller knochentrockener Action - und ein alternder Held, der einfach nur seine Tochter aus den Klauen eines Menschenhändler-Rings in Paris befreien will. Das ist "Taken", das reicht "Taken", das begeisterte Actionfans rund um den Globus. Der von Luc Besson geschriebene & produzierte Actionthriller feiert nächstes Jahr 10-Jähriges, hat sein Genre geprägt und nicht nur zwei mediokre Sequels geboren, sondern auch die neeson'sche Rennaissance und etliche Actionbelanglosigkeiten in ähnlichem Rachestil. So gut wie "Taken" war keiner mehr.
Kurz, knackig, ohne Umschweife - "Taken" ist der "Die Hard" einer neuen Generation und altert fast genauso erhaben. Liam Neeson erfand sich mit seiner Rolle als Bryan Mills-Übervater und perfekter Killer neu, zuvor hatten ihm dies wohl nur die Wenigsten zugetraut. Ein absoluter Besetzungcoup und Gewinn für alle Seiten. Danach kopierte sich der gute Mann nur noch selbst und ruhte sich auf seiner Errungenschaft aus - richtig übel nehmen kann man ihm das nach dieser Glanzleistung nicht. Die Action ist auf die 12 , Paris ist immer ein feiner Schauplatz und Bessons Script geht keine Umwege.
"Taken" ist ein People's Champion und verbreitet einfach gute Laune - wenn man denn auf Action abfährt. Faustkämpfe, Autojagden, fiese Bad Guys - Klischees über Klischees, aber alles rigoros, nachvollziehbar und mitreißend. Denn welcher Vater würde in so einer Extremsituation nicht gerne so erbarmungslos aufräumen und sein Skillset einsetzen? Neeson ist unser Charles Bronson mit Teddybärherz und lustigem Laufstil. Aufregend, oldschool, blutig, lässt die Zeit schneller fliegen als Bourne und Bond zusammen. Ohne "Taken" wären "John Wick", "Atomic Blonde" oder "The Equalizer" nicht.
Fazit: einer der besten & prägendsten Actionfilme seit der Jahrtausendwende - fast alle Fortsetzungen, Copycats und sonstigen Neeson-Actioner kannste vergessen, doch dieses Original ist ein Feuerwerk und Muss für jeden Actionfan!