Öffnen wir mal wieder das Schatzkästchen des uramerikanischen „Made-for-Television“-Movie, wie es nur die Networks in den 70ern so gut konnten…
Die Keywords sind diesmal Barbara Eden und Mystery.
Eine etwas ungewöhnliche Kombination, wenn man erwähnt, dass Barbara Eden ja die „Bezaubernde Jeannie“ war, der charmante Geist aus der Flasche, der in Kooperation mit einem jungen Larry Hagman als Ex-Astronaut viele alberne 60’s-Abenteuer erlebte. Danach war Eden ein Star (und Hagman irgendwie auch) und konnte sich fortan auch mal die eine oder andere Hauptrolle gönnen. Zwar probierte sie auch immer wieder mal einen Serienpiloten (und immer mal wieder mit Hagman), aber die entwickelten nicht den gleichen Zauber und scheiterten sofort.
Der CBS-Movie of the Week “The Woman Hunter” gab Eden dann Gelegenheit mal was Neues zu bieten: einen kleinen Thriller, zumindest stand das auf der Markise drüber und mit Stuart Whitman und Robert Vaughn bot das US-Network namhafte Mitarbeiter für Acapulco auf. Was sollte schiefgehen?
So einiges.
Zum Einen, dass das Skript, welches im Grund ein auf drei Figuren reduziertes Kammerspiel beschreibt, kaum Druck auf dem Kessel hatte, um eine normale TV-Episode von 45 Minuten zu überstehen. Zum Anderen, dass es für keinen der drei großen Namen irgendetwas Substanzielles zu tun gab.
Grundsätzliches also: es geht ein Killer um in guten Kreisen edler Cocktailpartys. Der Mörder meuchelt gern blonde Frauen mit teurem Schmuck, entführt letzteres und lässt Ersteres dann tot zurück. Stuart Whitman ist der Männe, der dem Meuchler auf der Spur ist, allerdings tun Skript und Filmschnitt erfolglos so, als wäre er der mögliche Täter. Und das ist auch, was Frau Eden nach und nach glaubt, nachdem ihr der detektivische Brummelbär, der ständig obskures Zeugs in sein Diktiergerät sabbelt, so perfekt nachstalkt, dass man es nicht mehr als Wunsch nach einem Seitensprung verstehen kann.
Eden selbst spielt einen sonnenbebrillten Kleiderständer, der gerade einer Anzeige wegen Totschlags knapp entgangen ist und wegen der „bad publicity“ sich nach Mexiko absetzt, hat sie doch (Frauen und Autofahren und andere Klischees der 70er) einen tödlichen Unfall eventuell verursacht. Meistens steht sie sinnierend im Luxusresort herum, sonnt sich oder wundert sich über Whitman, während Vaughn nebenbei eben noch Geschäftsmann sein will.
Der wiederum ist meistens aus der Handlung abgängig und taucht nur punktuell als Gegengewicht auf, womit dann auch das Mystery-Element des Films quasi selbsterklärend dargestellt wäre.
Also: Eden in schicken Edelklamotten und sexy Badeanzügen, Whitman schwimmt mit seiner Brustbehaarung um die Wette und der Plot trödelt mehr als eine Dreiviertelstunde (von 75 Minuten) vor sich hin, ohne dass groß etwas passiert. Immerhin gibt’s auf die letzten zehn Minuten dann noch bemühte Action rund um einen Autounfall, aber irgendwo her müssen meine drei Punkte ja kommen.
Sonderlob natürlich für das raffinierte Wortspiel des Titels „Der Frauenjäger“ (frei übersetzt), der in Edens Rollenname („Dina Hunter“) gespiegelt wird. Auf dieser Idee basierte vermutlich das gesamte Konzept. Kaum zu glauben ist allerdings, dass das Skript von Brian Clemens stammt, einem der sonst besten TV-Autoren, der sich mit 49 Folgen Steed&Peel und den Serien „Thriller“, „Bugs“ und „Die Profis“ unsterblich machte. Aber jeder hat mal einen schlechten Tag und rupft so ein Skript im Urlaub nebenbei runter.
Dass der Film im Pantheon der TV-Filme eher vergessen ist, kann ich jedenfalls gut verstehen, denn in erster Linie ist er trotz aller Kürze vor allem nur: langweilig. (3/10)