Die an den Rollstuhl gebundene Penny kehrt nach vielen Jahren wieder in das Haus ihres Vaters zurück. Anstatt diesem erwartet sie dort jedoch dessen Frau Jane, Pennys Stiefmutter. Der Vater ist verreist und so verbringt Penny die Tage in dem Haus und auf dem Grundstück, während sie das Gefühl beschleicht, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht. Erscheinungen versetzen sie in Angst und Schrecken, doch stößt sie auf wenig Verständnis – außer bei Bob, dem Chauffeur ihres Vaters.
Hat man die erste Szene vielleicht auch in den kommenden knapp neunzig Minuten vergessen, sie kommt gegen Ende wieder in den Sinn. Denn was zuerst wie ein etwas mysteriöser Krimi anmutet, entwickelt sich nach und nach zum richtigen Thriller, bis in den letzten zwanzig Minuten einem dann gleich mehrere Twists den Kopf verzwirbeln. Doch auch bis dahin ist „Taste of Fear“ immer wieder mit spannenden Passagen bestückt und lässt auch diverse Gruselelemente nicht außer Acht, was bei seiner Herkunft aus der Filmschmiede Hammer Films wenig verwunderlich ist.
Kommt der von Douglas Slocombe in schönem Schwarzweiß bebilderte Streifen auch ohne Monster aus, bietet er trotzdem das ein oder andere Schaudern. Auch der Cast spielt sehenswert auf, schnell vereinnahmt Susan Strasberg als Penny für sich, beäugt man Ann Todd als Jane misstrauisch und sieht in Ronald Lewis als Bob einen Verbündeten. Dass dann noch ein Christopher Lee als Dr. Gerrard mitmischt, wertet alles noch einmal etwas auf.
Das Tempo ist, wohl auch aufgrund der nicht ausufernden Laufzeit, trotz des sich Zeit lassenden Aufbaus angemessen. Seth Holt inszenierte einen gut konstruierten und atmosphärischen Thriller, der gerade zum Ende hin mal schön was auf links dreht und überraschen kann. Dies gepaart mit der stimmigen Präsentation und dem Ensemble ergibt eine runde Sache mit schaurigen Einschüben.