Die Firma Hammer hat wirklich kaum einen Klassiker ausgelassen, auch nicht Gaston Lerouxs „Phantom der Oper“ nicht. Unter der Regie von Terence Fisher entstand ein solider Horrorfilm.
Die neue Oper von Lord Ambrose D’Arcy (Michael Gough) soll aufgeführt werden, alles ist bereit, die Oper ist ausverkauft. Das Opening ist gut, die Starsängerin ist auf der Bühne, also man nur ein Schlitzen hört und plötzlich ein aufgehangener Mann auf der Bühne hängt. Sofort wird die Oper geschlossen, die Polizei untersucht den Fall. Außerdem muss man sich eine neue 1. Sängerin suchen. Die Wahl fällt auf die junge Christine. In der Garderobe wird Christine plötzlich von einem unbekannten Mann angesprochen, der ihr helfen will. Es ist das Phantom der Oper (Herbert Lom), der mit D’Arcy noch ein Hühnchen zu rupfen hat...
Die Gesichte des Phantoms der Oper kennt wohl jeder und vielleicht auch die zahlreichen Veröffentlichungen. So gab es auch irgendwann mal eine Veröffentlichung aus dem Hause Hammer, mit Stars der damaligen Zeit. Der Fan wird natürlich sofort wach bei den Namen Herbert Lom, Thorley Walters und selbst Michael Ripper hat eine ganz kleine Rolle.
Inhaltlich geht Terence Fisher einen etwas anderen Weg. Das Phantom ist bereits da, wir erfahren noch nicht, warum es zum Phantom wurde, woher der Hass auf die Oper kommt.
Im Laufe des Films gibt es aber eine Rückblende, die viele aufklärt.
Im gesamten Film geht es noch recht gemächlich zu, das Phantom tritt gar nicht so oft in Erscheinung wie man es kennt, es ist auch nicht mehr so böse, wie man es auch in andere Filmen gesehen hat. Zum Schluss wird sogar noch die Menschlichkeit des Phantoms weiter betont, mal ein neuer Aspekt.
Schauspielerisch bekommt man hier die solide Hammerkost, wobei man Michael Gough wohl noch nie in so einer fiesen Rolle gesehen hat. Es scheint ihm Spaß zu mache, mal ein ekel zu spielen und er macht es gut. Herbert Lom ist etwas unscheinbar als Phantom, allein hinter der riesigen Maske ist Lom eh nicht zu erkennen. Auch der Rest des Stabes ist solide, wie gesagt, Leute wie Thorley Walters überzeugen immer in den Nebenrollen.
Fazit: „Phantom der Oper“ ist sicherlich nicht der beste Hammerfilm und auch nicht der beste Film von Terence Fisher, dennoch ein solider Film, der kaum Schwächen hat, der große Wurf fehlt allerdings auch. Fans von Hammerfilmen werden hier mehr als ein Auge riskieren, für Phantom der Oper Fans ist diese Interpretation des Phantoms vielleicht auch mal ganz interessant.