„Piraten am Todesfluss“ ist ein kleiner aber feiner Hammerfilm, der schon fast eine enorme Anzahl an „Stars“ aus dieser Zeit hat.
Jonathan Standing wird in seinem Ort des Ehebruches angeklagt, als er erwischt wurde, wie er sich mit der hübschen Maggie in der Natur vergnügte. Da diese dabei noch zu Tode gekommen ist, kommt es vor das Dorfgericht, sein eigener Vater Jason Standing (Andrew Keir) ist sein Richter. Der stark gläubige Mann verurteilt seinen Sohn, auch unter Druck seiner Freunde. Jonathan wird aus dem Dorf verbannt. Er trifft später auf den Piraten LaRoche (Christopher Lee). Erst scheint LaRoche Jonathan helfen zu wollen, doch LaRoche hat Jonathans Dorf im Visier, indem er einen Schatz vermutet. Mit seiner Bande macht sich LaRoche mit Jonathan auf den Weg ins Dorf. Es dauert nicht lange, bis er erste Dorfbewohner umbringen lässt, da Jason Standing sich hartnäckig weigert, das Versteck des Schatzes preiszugeben...
Gab es zur damaligen Zeit eigentlich ein Genre, welches von den Hammer-Studios vergessen wurde? Ich denke nicht. Nach Frankenstein, Dracula etc. etc. wurde sogar das Piratengenre „verhammert“. Und natürlich brauchte man die damalige Galionsfigur neben Peter Cushing, Christopher Lee.
Lee spielt natürlich wieder den Part des Bösen, hier Captain LaRoche, der über Leichen geht, wenn es sein muss. Mit Augenklappe wirkt Lee gleich noch mal um einiges furchterregender, über seine schauspielerische Leistung muss man ja kein Wort verlieren.
Daneben erkennt der Fan noch einige andere Stars der damaligen Hammerzeit. Andrew Keir z.B. war der Mönch aus Draculas Rückkehr, Oliver Reed kennt man eh aus diversen Hauptrollen und Michael Ripper hatte eh in Dutzenden Hammerfilmen Nebenrollen.
Natürlich wirkt der Film heute leicht angestaubt. Die Duelle wirken ein wenig hölzern, auch diverse Schusswechsel überzeugen nicht mehr ganz, haben aber doch ihren eigenen Charme. Hinzu kommen typische Elemente, wie man sie aus vielen Piratenfilmen kennt. Der Bösewicht verfolgt sein Ziel mit aller Härte, seine treue Gefolgschaft erfüllt jede Aufgabe, bis es am Ende zur Meuterei kommt und das typische Happy-End kommt.
So wird der Durchschnittszuschauer hier sicherlich nichts interessantes oder gar innovatives finden, der Hammerfan aber wird zufrieden sein, auch wenn dieser Piratenfilm z.B. gegen „Captain Clegg“ keinen Stich bekommt. Jedenfalls war mir dieser Hammerfilm nahezu unbekannt, und für zwischendurch erfüllt er ganz klar seinen Zweck.
Fazit: Kleiner und feiner Hammerfilm mit vielen Stars der damaligen Zeit. Zwar wird nicht viel neues geboten, aber gerade wegen der Hammer-Riege lohnt das einschalten. Der Film ist ziemlich kurzweilig und daher bestens geeignet, wenn man mal knappe 90 Minuten Langeweile hat.