In der heutigen Zeit wo haufenweise miserable Low-Budget Produktionen die Videotheken überfluten ist es umso erfreulicher zu sehen, dass es keine Regel ohne Ausnahme gibt. "Carver" ist so eine. Franklin Guerrero Jr. hat ein brutales, aber in der Gesamtheit vorzeigbares Werk erschaffen.
Fünf Camper finden in einer verfallenen Redneck-Behausung mitten im Wald einige Super8–Bänder. Was sie zunächst für Slasherfilme halten, sind in Wahrheit Snuff Movies. Und der beleibte, Hammer schwingende Herr des Hauses hat endlich die Darsteller für seine neueste Produktion zusammen...
Die Aufteilung des Films ist die selbe wie bei den meisten Filmen dieser Art. In der ersten Hälfte gibt es etwas Story und die Protagonisten werden eingeführt und in der zweiten Hälfte fliesst dann Blut, und wie. Das ist eigentlich auch das Problem von Carver, denn Guerrero Jr. wollte offenbar in Sachen Gore die Messlatte so hoch legen, dass die Spannung leider größtenteils auf der Strecke bleibt. Lediglich beim Showdown in der Hütte bleibt es nicht aus, dass man mit dem ein oder anderen Opfer mitfiebert und leidet. Da kriegt der Film dann gerade so wieder die Kurve.
Was der fettleibige Killer hier an Grausamkeiten auffährt ist äußerst heftig. Ohne Gefühl und Verstand meuchelt er auf abartigste Weise seine Opfer nieder. Da wird jemanden minutenlang mit einem Vorschlaghammer der Kopf zertrümmert, oder es werden Nägel in Körper gerammt und wieder herausgezogen. In Carver gibt es scheinbar keine Grenzen. Allerdings strahlt der Redneck trotz aller Härte leider wenig Bedrohlichkeit aus, was aber durch seine Stummheit wieder etwas ausgeglichen wird. Die Atmosphäre ist ähnlich dreckig und düster gehalten wie bei "The Texas Chainsaw Massacre". Die SFX sind überdurchnittlich gut und auf CGI wird erfreulicherweise gänzlich verzichtet. Es ist leidlich zu sagen, dass die deutsche Spio/Jk Version weit über 2 Minuten zensiert ist, daher ist der Griff zur Import DVD fast schon Routine. Große Englischkenntnisse braucht man für "Carver" ohnehin nicht, da die Kommunikation in diesem Werk tatsächlich zweitrangig ist.
In der Summe ist Carver nur was für hartgesottene Gorefreaks, denen nichts zu viel ist. An Unterhaltungswert hat der Film indes nicht viel zu bieten. Trotz den genannten Schwächen ist "Carver" ein B-Movie das sich vom sonstigen Einheitsbrei abhebt!
7/10