Review

Ein paar Teenager, die in der Pampas zelten, garniert mit etwas Snuff, Sex, Folter und Gewaltdarstellung und schon hat man einen neuen Backwood-Slasher-Folter-Film geschaffen.
Das bedeutet ja nichts schlechtes, schließlich wurden nach Wes Craven´s Hit "Scream" (1996) unzählige Plagiate auf den Markt geschmissen, wo hier und da auch mal ein guter Teenie-Slasher dabei war.

Im Falle von "Carver" muss man leider sagen, dass ein ganz mieser (Hostel-) Klon produziert wurde.

Ich habe echts nichts dagegen, wenn irgendwo etwas gut "geklaut" worden ist an Ideen, die andere Filme so populär machten. Ich habe auch nichts gegen diese ganze Remake-Welle, aber der Film (im Falle solcher Filme besonders) MUSS wenigstens rocken. Und "Carver" rockt nicht, sondern liegt schon im Koma besoffen auf dem Erdboden.

Sobald man die DVD einlegt und auf PLAY drückt, merkt man sofort, dass es sich um eine Low-Budget-Verfilmung handelt, nicht schlimm, denn das Bild entspricht gehobener Qualität. Aber was dann folgt, ist nicht mehr zum Aushalten.

Eine Stunde lang passiert entweder Gespläddere noch irgendein Anzeichen von leichtem Spannungsbogen, sondern es werden die Charaktere charakterisiert, obwohl sie nicht charakterisiert werden. Paradoxon - alles klar ?!? So was muss man erstmal fertig bringen. Und das gelingt Regisseur Franklin Guerrero Jr. vorzüglich.
Naja, kurz vor´m Einschlafen geht es dann doch noch los, die Teenies werden im Folterkeller für neue Snuff-Filme missbraucht und dementsprechend fliegen die Fetzen. Guerrero hat es dem Zuschauer jedoch versaut, der ganzen Chose irgendwie mitzufiebern. Die Jugendlichen sind einem total scheißegal, da sie zuvor nur Rotz gelabert haben und absolut Null Ausstrahlung besitzen. Selbst wenn man versucht, jegliches Gute im Menschen hervorzukramen, vor dem Fernseher die Hände faltet und betet - es lässt einen kalt. Hallo Spannung, hallo Schockmomente, hallo Atmosphäre - wo seid ihr?

Bei nichts aber auch echt gar nichts kann man bei "Carver" mal ein Auge zudrücken, denn hier spult sich nur langweilige Grütze runter.

Achja, da wäre ja noch der Splatter. Der ist ganz ordentlich (obwohl auch hier sehr oft im entscheidenen Moment die Kamera nicht draufhält), aber einen Film nur auf den Blut-Gehalt zu reduzieren, bringt selbst Poppcorn-Fressern wie mir nichts. Es gibt mit Sicherheit Leute, die sich an "Carver" aufgeilen können, jedoch ist der Film für diese Zielgruppe eh nicht freigegeben:-)

Was mich besonders ärgert ist die Tatsache, dass solche Filme manchmal erst interessant werden, wenn sie es nicht ungeschnitten nach Deutschland schaffen. So wird die Werbetrommel dank FSK und Co. gerührt und Hirnis wie ich fallen drauf rein.

"Carver" fehlt es an allen Ecken an Substanz, die Charaktere sind für´n Anus, Spannungs- so wie Schockmomente sind gar nicht vorhanden, die Atmosphäre fehlt. Zudem sind die letzten 70 (!) Minuten nur in der Dunkelheit abgedreht - jegliche Übersicht geht somit auch noch flöten. Lediglich die netten FX sind gut.

Reichen gute, blutige Effekte aus, für einen Film zu loben?
Selbst für einen wie mich, der nicht viel Anspruch erwartet, ist der Film einfach nur verschwendete Zeit.

Total schlecht.

2/10

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