5
Über weite Strecken langweilig. Die Metzelei, insbesondere im letzten Teil des Films, hinterlässt aufgrund gut gemachter Effekte einen gewissen Eindruck, entfaltet mangels "passender" Atmosphäre aber kaum Wirkung. Entweder liegt's an der (schlechten?) Synchro, was ich nicht beurteilen kann, oder aber den Darstellern fehlt's schlichtweg an Überzeugungskraft. Immer dann, wenn man Todesangst und irrationales Handeln erwartet, überraschen einen die Opfer mit einem wenig glaubwürdigen Maß an Emotions- und Schmerzlosigkeit... so übel es klingen mag: kaum eine Aktion in diesem Film wirkt morbide & authentisch genug, um wirklich Angst zu verbreiten. Durchschnitt, mehr nicht.
8
Backwoodsterror trifft auf Snuff. Das mit der "wahren Geschichte" vergessen wir ganz schnell wieder und erfrischende Innovationen dürfen wir gar nicht erst erwarten, aber das, was CARVER letztlich zu bieten hat, ist nicht zu verachten. Nach einem etwas langatmigen Start steigern sich der Horror und die Gewalt (u.a. wird in Großaufnahme ein Hoden mit einer Zange zerquetscht, bäh!) kontinuierlich und eine unheimliche Soundkulisse sorgt für ein Gefühl von Unruhe und Unbehagen. Für einen Beitrag aus der Low-Budget-Ecke sind Regie und Darsteller, darunter auch eine heiße Blondine mit Strohhut, die glatt Sherri Moon Zombies Zwillingsschwester sein könnte, ebenfalls nicht übel. Wenn der fette Einsiedler im Blaumann seine Beute durch die labyrinthartige Scheune scheucht oder wir seine fiesen "Heimvideos" zu sehen kriegen, kommt richtig Stimmung auf. TCM-Fans sind mit dem harten, unheimlichen Subgenrevertreter bestens bedient.
6
Nach den ersten paar Minuten des Filmes war bei mir eigentlich schon der Ofen aus - ein schwergewichtiger Hinterwäldler schlachtet in mieser Digitaloptik. Genau so beginnt zahlreicher Billigschrott, den ich mir in letzter Zeit viel zu häufig ansehen musste. Doch trotz des sehr negativen ersten Eindrucks blieb ich erstmal dran und wurde dann doch noch positiv überrascht. Im Gegensatz zu Totalausfällen wie "Sportkill" bietet "Carver" eine zwar recht simple, aber doch funktionierende Geschichte und erzählt diese auch interessant, anstatt sich nur auf seine (durchaus vorhandenen) Gore-Szenen zu verlassen. Die Teenager sind zwar allesamt ziemlich nervig; mit den Schlimmsten ist es allerdings sowieso recht schnell vorbei. Sicher ist "Carver" kein Meisterwerk - dafür bietet er einfach zu wenig Innovation; wohl aber ein ambitioniertes Low-Budget-Produkt, welches mich gut unterhalten hat.