„Der Satan mit den langen Wimpern“ trägt einen deutschen Titel, der sich zwar gut anhört, aber nicht viel mit dem Film zu tun hat bzw. etwas in die Irre führt. Es handelt sich dabei um nämlich um den britischen Psychothriller „Nightmare“ aus dem Jahre 1964, umgesetzt von Regisseur Freddie Francis für die „Hammer Film Productions“. Wie auch sein ähnlicher Film „Haus des Grauens“ („Paranoiac“), der nur ein Jahr zuvor erschien, wurde bewusst in schwarz/weiß gefilmt, was entscheidend zur sehr düsteren Grundstimmung und unwohligen Atmosphäre beiträgt, die für mich der eigentliche Star des Films ist. In der Darstellerriege tummeln sich nämlich keine allzu großen Namen und das Drehbuch wirkt dann doch etwas arg konstruiert, packt aber ein sehr ernstes, hartes Thema an: Die Angst der Kinder vor der Vererbbarkeit der Geisteskrankheiten ihrer. Im Prinzip kann man den Film in zwei Episoden aufsplitten: Der erste dramatische Höhepunkt ist bereits zur Hälfte der Spielzeit erreicht, woraufhin die gleiche Geschichte leicht variiert und mit anderer Rollenverteilung erneut erzählt wird. Das Finale des Films ist dann letztendlich natürlich wenig überraschend und der Gipfel des Drehbuchkonstrukts, aber nicht zuletzt aufgrund der schauspielerischen Qualitäten Moira Redmonds dennoch spannend und sehr unterhaltsam umgesetzt worden. Die größten Qualitäten liegen aber in den alptraumhaften, gruseligen Szenen, derer es einige zu genießen gibt. Für Freunde des Psychothrills der alten Schule daher sicher eine gute Wahl.