Review
von c.funke
Izzat
(Legend Home Entertainment)
Das skandinavische Filme nicht unbedingt immer mit irgendwelchen Dogmen behaftet sein müssen, oder ein explizites Augenmerk auf bizarre Charaktere richten, sondern auch einen großen Markt an guten, anspruchsvollen Actionfilmen vorweisen können, weiß der geneigte Cineast nicht erst seit Filmen wie Uro, Good Cop, Pusher und Bleeder.
Mit Izzat, dem Debüt des Regisseurs Ulrik Imtiaz Rolfsen, veröffentlicht die Firma Legend Home Entertainment nun nach Next Door einen weiteren Film aus Norwegen.
Dieser ist ein harter und realistischer Film über den rücksichtslosen Einzug der Gewalt und Kriminalität in die ehemals ruhige Stadt Oslo. Nach einem extrem brutalen Einstieg, welcher sehr drastisch die rüden Methoden der Gangster zeigt, wechselt der Film abrupt in das Jahr 1982, und stellt dem Zuschauer die Jugendlichen Wasim, Riaz und Munawar vor, welche als Pakistani in Oslo aufwachsen. Eigentlich wollen sie nur als Gleichgesinnte von ihren norwegischen Landsleuten akzeptiert werden, aber dies ist für die Immigranten ein schwieriges Unterfangen, liefern sich die ansässigen Immigrantenbanden mit den gegnerische Drogenhändlern einen erbitterten Kampf um das jeweils größere Stück vom kriminellen Kuchen. Da den Dreien der Respekt verwehrt wird, finden sie recht schnell den Weg zur East Side Crew, die sich mit brutalen Methoden die Rechte der Straße sichern. Im Laufe der Jahre verändert sich das Verhältnis der drei Protagonisten im Umgang mit Brutalität und Kriminalität, es wird nicht nur Teil ihres Lebens, es wird zur Normalität. Bis einer die Regeln bricht…
Izzat ist hart, rau und realistisch. Der Film nimmt seine Charaktere ernst, gibt ihnen eine fundierte Hintergrundgeschichte und zeigt am Beispiel seiner drei Protagonisten in Form einer Parabel den Verlauf einer ganzen Stadt. Dies wird aus dem Off vom Hauptcharakter teils drastisch, teils humorvoll kommentiert.
Die vorliegende Veröffentlichung ist in Bild und Ton sehr gut, wobei das Bild als Stilmittel einen dreckig-bräunlichen Grundton aufweist. Dies gibt dem Film seinen bodenständig-realistischen Grundtenor.Als Bonusmaterial liegen neben zwei selbst laufenden Trailern zu Beginn noch diverse Features vor, die sich mit den verschiedenen Aspekten des Filmes, wie etwa die Stunts, FX oder die Produktion befassen. Dazu kommen noch geschnittene und verlängerte Szenen so wie ein Originaltrailer.
Izzat ist anspruchsvolles Kino, welches sich nicht vor den Klassikern des Genres verstecken muss, sonder auf Grund seiner guten Geschichte und den überzeugenden Darstellern voll überzeugen kann.
CFS