Review

Der junge Polizist Jake Hoyt (Ethan Hawke) freut sich riesig auf seinen ersten Tag als Undercover-Agent in der Drogenfahndung. Dieser Tag wird sein "Training Day", der Tag, an dem er sich für den Job als würdig beweisen muss. Sein Vorgesetzter ist Alonzo Harris (Denzel Washington), ein abgebrühter, cooler Typ, der für jeden Moment einen noch cooleren Spruch parat hat. Jake hat ab der allerersten Minute ungeheuren Respekt vor seiner Art und Erfahrung in diesem Job.
Schnell stellt Jake fest, dass Alonzo für "Recht und Ordnung" seine ganz eigene Defintion hat. Im Laufe des Tages überschreiten Alonzos Methoden immer mehr die Grenzen der Legalität. Bevor Jake jedoch bemerkt, dass Alonzo selbst sehr tief in kriminelle Machenschaften verwickelt ist, befindet er sich schon in Alonzos Spiel, ein Netz aus Korruption und tödlichen Intrigen...

Regisseur Antoine Fuqua erschuf ein kleines Meisterwerk. Auf den ersten Blick mag "Training Day" wie ein hundsgewöhnlicher Action-Film ausschauen, bei dem der erfahrene Cop den Rookie aufgebrummt bekommt. Die Rahmenhandlung kommt schon auf diese Konstellation raus, kratzt aber nur an der Oberfläche. Wir haben es mehr mit einem Thriller wie Actioner zu tun.
Alle Kleinigkeiten, was ein berauschendes Filmerlebnis ausmachen, wurden perfekt ausgearbeitet, die in ein vollendetes Ganzes zusammen fließen und "Training Day" zum "coolsten" Psycho-Duell der Film-Geschichte machen. Getragen von einem passenden Hip Hop-Soundtrack.

Es beginnt alles ganz gemächlich und erwärmend mit dem Erwachen der Hoyt-Familie. Im Cafe angekommen braucht Denzel Washington noch keine halbe Minute, bis er den Zuschauer mit seiner Ausstrahlung, Mimik und  Art (die Dialoge sind superb) in den Bann gezogen hat. Hawke und Washington spielen sich bei den Dialogen immer wieder ganz geschickt die Bälle zu, wobei Hawke den eher passiv agierenden Part übernimmt.
Washingtion spielt eh die Rolle seines Lebens, aber auch Hawke macht die Sache als idealistisch geprägter Cop   einwandfrei (die Stärke von ihm kommt vor allen in den Explosionen seiner Emotions-Ausbrüche deutlich rüber).
Washington als Alonzo wirkt nicht direkt unsympathisch - sein Handeln stellt er stets mit philosophischen Erklärungen dar, was für den Zuschauer voll und ganz nachvollziehbar bleibt (Es ist ja schon eine böse, schlechte Welt da draußen...).
In was für ein ausgeklügeltes Spiel er Rookie Hoyt tatsächlich reinreitet, wird erst viel später klar.

Bis dahin ist es aber ein weiter Weg, und alle zehn Minuten knallt Regisseur Fuqua dem Zuschauer etwas neues vor die Latz, dass ungemein spannend und fesselnd wirkt.

"Training Day" ist einfach nur ein visuell-akustischer Orgasmus unter den Thriller-Filmen, der in keiner Filme-Sammlung fehlen sollte. Mindestens einmal im Jahr muss ich´s mir auf diese Art und Weise besorgen.

10/10

Details
Ähnliche Filme