Review

Denzel Washington spielt den Bösen ?!. Hörte sich interessant an. Als er dann auch noch den Oscar für die beste Hauptrolle einheimste. Musste ich den Film einfach mal sehen. Dass Antoine Fuqua Reie führte, steigerte meine Erwartungen nochmals. Und ich habe nicht zuviel erwartet. Training Day ist eine exzellente Mischung aus Poliziefilm, Action und Drama.

Die Story: Ethan Hawke (ebenfalls super Performance, fast so gut wie Washington) ist Jake Hoyt, ein Rookie, der zur Drogenfahndung will. Dazu muss er aber erst dem Leiter dieser beweisen, dass er drauf hat, auf der Strasse Drogendealer aufzuspüren, ohne gleich als Cop entlarvt und erschossen zu werden. Leiter dieser Abteilung ist Alonzo (Washington), den man nie für einen Cop halten würde, guckt man sich an, wie er gekleidet ist und was er für ne Karre fährt. Dieser gbt Jake mehrere Kostproben davon, wie hart und gefährlich sein Job ist. Jake denkt anfangs, dass Alonzo nur so hart ist, damit er es schnell kapiert. Jedoch stellt sich heraus, dass Alonzo selber ziemlich tief im Sumpf steckt.

Die Story ist mal was neues. Es gibt zwar viele Filme, wo einem alten Hasen ein Neuling zur Seite gestellt wird. Training Day dürfte aber der erste sein, wo am Ende nicht beide gemeinsam die bösen in einem furiosen Showdown erledigen. Sowieso ist es kein richtiger Actionfilm. Allerdings gibt es gelegentlich Actionszenen, und bei diesen zeigt Regisseur Antoine Fuqua mal wieder, was er so drauf hat. Im Gegensatz zu Replacement Killers wird diesmal sehr stark auf Realismus gesetzt. Das zeigt sich aber nicht nur auf Inhaltlicher, sondern auch auf akustischer Ebene. Noch nie ist mir vorher, wenn im Film ne Shotgun abgefeuert wird. fast das Trommelfell geplatzt. Nicht dass man bei der Lautstärke übertrieben hat, man zeigt lediglich, dass ne Shotgun richtig fiesen Lärm macht.

Zu den Darstellern muss man eigentlich nicht viel sagen. Den grössten Teil des Films sehen wir nur die beiden Hauptakteure. Hier spielt auch Alonzo's Auto eine gewisse Rolle. Denn die meiste Zeit sind die beiden in dem Wagen unterwegs (der deshalb auch als Alonzo's Büro bezeichnet wird). Dadurch wird dieser Teil des Films effektiv auf den Konflikt zwischen dem Rookie (Jake) und dem alten Hasen (Alonzo) begränzt. Man wird als Zuschauer nicht durch andere grosse Ereignisse abgelenkt. Dadurch kriegt man alles mit. Natürlich wird das zu einem grossen Teil durch die bemerkenswerten darstellerischen Leistungen Hawks und Washingtons erreicht. Besonders die Mimik ist bei beiden einfach nur exzellent. Das kommt besonders gut an, als Jake total high ist. Hawk hat diesen Zustand des dauernden SChwankens zwischen Erschöpfung und blödsinnigem Verhalten perfekt rübergebracht. Oder Washington, der einem richtig Angst macht, wenn sein Charakter im Film ausrastet.

Das Ganze ist dann noch mit entsprechender Musik verfeinert. Diese hat eine leicht verräterische Eigenschaft. Denn solange sich der Film im Wagen abspielt, ist eine dumpfe Musik zu hören. Sobald die beiden aussteigen, hört die Musik entweder auf, oder es fängt kurz vorher Rock oder Hip Hop Mucke an. Zwar mag die Musik nicht jedermanns Geschmack sein, ich persönlich aber fand, dass die Musik perfekt in die Szenen eingebaut ist und auch hörenswert ist.

Fazit: Rundum sehr guter Film, der verschieden Genres perfekt kombiniert und viele überraschende Wendungen bietet. Mit einer Figur wie Alonzo hat man einfach nicht gerechnet. Von Washington hervorragend gespielt. Aber auch mit einem bemerkenswerten Ethan Hawke. Dazu noch ein guter Soundtrack.
9/10

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