Review

Vor vielen Jahren lief dieses Spielberg-Frühwerk mal im Samstagnachtprogramm und ich sah ihn in einem Alter, in dem brave Jungs solche Spukhausfilme sicher nicht sehen sollten. Es hat wunderbar gegruselt und der Junge mit dem bösen Blick hing mit tagelang nach.
Im Verlauf der Jahre relativiert sich ein solcher Eindruck natürlich, denn die Story hat einen konventionellen Verlauf ohne Überraschungen und auch die Gruseleffekte können nur unbedarfte Kinder erschrecken, also so wie mich damals…

Ein junges Paar bezieht ein ländliches Farmhaus in Pennsylvania, doch schon bald hört Mutter Marjorie Kinderschreie aus dem Geräteschuppen und auch ihr Sohn Stevie scheint sich nicht zum Guten zu verändern. Vater Paul gibt sich lieber seinem Job als Werbefachmann hin, so dass die mittlerweile von Panik getriebene Frau Hilfe beim Nachbarn Lincoln sucht…

Das ist schön altmodischer Spukhaus-Horror, der aufgrund einiger handwerklicher Kniffe gar nicht mal so schlecht ausschaut. Zum einen die Kameraarbeit, die an und wann ein paar gelungene Perspektiven bietet, wie beim Versuch des Krötenfangs durch Stevie.
Und zum anderen die Musik, bestehend aus wohl durchdachten Streichersounds, die der Stimmung teilweise mehr Suspense verleiht, als das Geschehen eigentlich hergibt, denn an klassischen Schockeffekten hat man wirklich gespart. Macht aber nichts, denn Hauptdarstellerin Sandy Dennis kann allein durch ihr Erscheinungsbild für Gänsehaut sorgen.
Die wenigen spannenden Momente ergeben sich durch Marjories Handeln und der ihr anhängenden unheilvollen Atmosphäre. Mit den Pentagrammen, die keine sind, sollte man sich aber nicht näher beschäftigen…

Bis auf ein paar kleinere Längen (der erheiternde Dreh zum Apple-Bars-Werbespot) ein kurzweiliges, wenn auch recht altbackenes Vergnügen.
6 von 10 Punkten

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