Review
von Leimbacher-Mario
Foltergeist
Ein früher TV-Film, dirigiert von keinem Geringeren als Meister Spielbergo. Wie eine Sparringseinheit in Richtung „Poltergeist“, bei dem ja jeder weiß, dass Spielberg mehr oder weniger die Regie übernommen hat. „Something Evil“ handelt von einem alten Farmhaus, in dem der Vorbesitzer unter mysteriösen Umständen in den Tod stürzte und in das nun eine vierköpfige Familie zieht. Schnell hört die Mutter seltsame Stimmen in der Nacht und ihr Sohn verhält sich nicht mehr so wie früher...
„Something Evil“ ist oldschool durch und durch. Und das ist gut so. Atmosphäre über allem, sehr wenige bis gar keine plakative Schocks, nur in den letzten Momenten aufdrehend, immer zurückhaltend, auf dem Boden, realistisch. Sehr stilvoll und unübersehbar limitiert budgetiert. Ohne Zweifel das Gegenstück zu Horror von heute, der dagegen laut, platt und tollpatschig wirkt, trotz unendlich größerer Ressourcen. Spielberg zeigt hier schon Ansätze seines enormen Talents und der besessene Junge am Ende ist noch immer ein Gänsehautgarant. Sogar die Message ist letztendlich typisch Mr. Spielberg: Love conquers Evil. Mit gedämpften Erwartungen und genug Geduld ist „Something Evil“ solide und unterhaltsam, auf seine super dezente Art. Kein Fernsehmeilenstein wie „Duel“, aber für meinen Geschmack immerhin keine Schlaftablette. Selbst wenn ihn genug Leute von heute so nennen würden. Schauwerte sind rar, das Gefühl des Unbehagen ist aber da.
Fazit: Stephen Spielbergs Warm-Up für „Poltergeist“?! Ein ordentlicher, wenn auch extrem simpler, ereignisarmer Haunted House-Grusler der alten TV-Schule. Atmosphärisch, gut gespielt, die Liebe siegt. Interessante zu sehen, wo Spielberg herkam. Aber insgesamt eher nur für Komplettisten. Kurz und knackig.