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Anne Hathaway spielt eine Therapeutin, die eine Gruppe Überlebender eines Flugzeugabsturzes betreuen soll, die verschiedene Auffassungen zu den Ursachen des Absturzes vertreten, weswegen sich auch die Fluggesellschaft, die menschliches Versagen anführt, für sie interessiert. Sie verliebt sich in einen ihrer neuen Patienten, gespielt von Patrick Wilson, muss dann jedoch feststellen, als ein Überlebender nach dem anderen unter mysteriösen Umständen verschwindet, dass er mehr weiß, als er ihr gegenüber preisgibt.

Trotz der recht namenhaften Besetzung blieb "Passengers" nahezu unbeachtet und spülte gerade einmal fünf Millionen Dollar in die Kinokassen. Und dies ist unterm Strich auch nicht ungerechtfertigt, da der Film kaum länger im Gedächtnis bleiben dürfte und viel zu wenig aus seiner Idee macht.

So läuft "Passengers" überaus zäh an, da Rodrigo Garcia einen überaus langatmigen und unaufgeregten Erzählstil an den Tag legt und seinen Film zu allem Überfluss auch noch extrem distanziert erscheinen lässt. Und so geht es dann auch weiter: Die Szenen werden etwas brüchig aneinander gereiht, die Dialoge mit den Überlebenden des Absturzes wissen nicht so richtig zu überzeugen, da die Charaktere nicht tiefer konstruiert werden und die tristen Klänge im Hintergrund sowie die etwas dunkleren Bilder, in denen der Film über weite Strecken gehalten ist, lassen ihn darüber hinaus sehr melancholisch wirken, ohne, dass er wirklich emotional fesseln könnte.

Die Liebesgeschichte, die sich dann nach und nach ankündigt, lässt den Film neben den zunehmend mysteriöser werdenden Vorgängen um die übrigen Überlebenden, die unter Anderem in Zusammenhang mit der Fluggesellschaft stehen könnten, zunehmend zerfahrener und auch unglaubwürdiger wirken, so findet das Geschehen zu keinem Zeitpunkt einen roten Faden und sehnt sich langsam, ohne wirklich gut zu unterhalten, seinem Ende entgegen. Der finale Twist, der im Gesamtzusammenhang gar nicht mal so schlecht ist, überzeugt dann zumindest größtenteils und räumt die Mehrzahl aller Ungereimtheiten aus, woraufhin dann kurz das Potential der Grundidee aufblitzt, denn die letzten Szenen sind dann wirklich sehr dramatisch und emotional, sodass am Ende nicht das Gefühl verbleibt, einen schlechten Film gesehen zu haben, sondern vielmehr einen unscheinbaren, durch und durch mittelmäßigen.

Anne Hathaway präsentiert sich zwar nicht derart überzeugend wie in "Rachels Hochzeit", spielt ihre Rolle aber durchaus glaubwürdig und routiniert, während auch Patrick Wilson eine versierte, wenn auch nicht übermäßigt engagierte Vorstellung auf die Leinwand bringt. Daneben spielt auch die restliche Besetzung recht ansehnlich auf und bietet mit Clea DuVall, Dianne Wiest und David Morse weitere recht bekannte Gesichter auf.

Fazit:
"Passengers" wirkt über weite Strecken distanziert und verläuft recht zäh und zerfahren, zumal er etwas unmotiviert in Szene gesetzt ist. Der gute Cast und das ordentliche Finale kompensieren dies unterm Strich nicht gänzlich, verhelfen dem wenig beachteten Film aber zumindest ins graue, unscheinbare, aber auch halbwegs unterhaltsame Mittelmaß.

47%

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