Nicole Kidman lebt mit ihren Kindern, die eine Lichallergie haben in einem abgelegenen Haus in England, während im 2. Weltkrieg gegen die Nazis kämpft. Nachdem Kidman zwei Bedienstete eingestellt hat, kommt es zu mysteriösen Vorfällen. Die Kinder beginnen Geister zu sehen, was die streng religiöse Mutter nicht hören will und dann taucht ihr Mann auch noch völlig verstört aus dem Krieg wieder auf.
Der Anfang ist ist nicht schlecht, vor allem da der Film, im gegensatz zu vielen anderen Mystery- und Horrorfilmen langsam anläuft und nicht direkt mit einem bestialischen Mord oder ähnlichem beginnt. Der Mittelteil ist spannend und steigert sich immer weiter und arbeitet auf das herrausagende Finale zu, dass dem Zuschauer, der gerade glaubte zu verstehen, was im Film geschehen ist ,eine komplett überaschende (aber geniale und durchaus schlüssige) Auflösung präsentiert.
(Achtung, ab jetzt Spoiler)
Bereits am Anfang wird Spannung aufgebaut, was vor allem auf die herrausragende Atmosphäre zurückzuführen ist. Da die Kinder eine Lichtallergie haben, ist es im Haus immer dunkel. Die religiöse, beinahe fanatische, Einstellung von Nicole Kidman, die ihre Kinder zu Hause vor allem über die Religion unterrichtet, verleiht ihr einige finstere Züge. Die Haushälterin verhält sich komisch und hat zudem noch eine taubstumme Tochter. Dass sie weiß, was im Haus vor sich geht, wird im Mittelteil des Films deutlich und verleiht auch ihr einen dunklen und undurchschaubaren Charakter. Die Geister, die von den Kindern zuerst gesehen werden, werden nicht gezeigt, wodurch der subtile Thrill und die finstere Atmosphäre aufrecht erhalten werden. Auch die Kulisse, das neblige, abgelegene, dunkle Haus und das große Grundstück darum vermitteln ein sehr dunkles Bild.
Es ist hervorragend, dass der Film konsequent bei diesem Stil bleibt und nicht einmal abweicht. Es gibt keine großen Action-Sequenzen, im ganzen Film ist nicht mal ein Tropfen Blut zu sehen, das subtile Grauen nimmt dadurch ungemein zu. Durch die Szene, in der klar wird, dass die Haushälterin bescheid weiß, wird der Zuschauer auf eine falsche Fährte gelenkt, wodurch die finale Wendung wie eine Bombe einschlägt. Der Vater, der aus dem Krieg zurück kommt, ist völlig verstört und begreift überhaupt nicht, wo er ist, er erwähnt sogar, dass er zurück an die Front müsste, obwohl der Krieg bereits vorbei ist. Mit dem Vater kommt ein psychisch labiler Charakter ins Spiel, der dem Film endgültig Hochspannung verschafft.
Die finale Wende ist, dass Kidman sich und die Kinder geötet hat, ihre Haushälterin ebenfalls tot war und, dass ihr Mann im Krieg gefallen ist, also, dass sie alle Geister sind, ist genial. Die vermeindlichen Geister entpuppen sich als eine ganz normale "lebende" Familie, die das Haus gekauft hat. Da die Familie merkt, dass es spukt, zieht sie wieder aus. Dieses Finale ist hervorragend und definitiv das beste am ganzen Film. Der Zuschauer sitzt nur noch verblüfft vor dem Fernseher und darf vor dem Abspann noch miterleben, wie die gläubige Nicole Kidman am Paradies zu zweifeln beginnt und ihre Kinder ihr alles vergeben.
Die Filmmusik ist die ganze Zeit leise und subtil, womit sie ebenfalls einen massgeblichen Anteil an der beängstigenden Grundstimmung des Films hat.
Das Ende, so brilliant es auch sein mag, hat Anleihen bei "the sixth sense", wo Willis am Ende auch erfährt, dass er selbst bereits Tod ist. Immerhin wurde eine komplett neue Story über die Toten, die gar nicht wissen, dass sie nicht mehr leben, geschrieben. Auch die Charaktere, die zwar Spannung schaffen und ordentlich gewählt sind, haben nicht genug Tiefe. Sie wurden hauptsächlich so gewählt, da wehrlose und religiöse Frauen, ängstliche Kinder und Behinderte in Horror-Filmen immer gut einsetzbar sind. Doch der grandiose und spannende Film lässt den Zuschauer diese Fehler ohne weiteres verzeihen.
Nicole Kidman spielt sehr gut und liefert ohne Zweifel eine der besten Leistungen ihrer Karriere ab. Ihre Golden-Globe-Nominierung ist in jedem Fall gerechtfertigt. Auch die Nebendarsteller spielen hervorragend und tragen damit ebenfalls gewichtig zur Atmosphäre bei.
Zusammenfassend ist "the Others" ein sehr guter Mystery-Thriller, der es durch seine brillianten Darsteller, seine geniale Handlung und seine düstere Atmosphäre auch ohne große Hollywood-Special-Effects schafft den Zuschauer zum schaudern zu bringen und ihn dann mit einem unvorhersehbaren und genialen Ende überrascht. Mit "the sixth sense" und "Echoes" ist er einer der besten Filme seiner Art.