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Gerade noch saß Héctor im Garten und beobachtete eine Dame aus der Ferne und schon findet er sich in einer Zeitmaschine wieder, die ihn in die nahe Vergangenheit versetzt. Könnte alles so einfach sein, bleibt es aber natürlich nicht. Weil: Zeitreisen machen Probleme.
Immer wieder ein gern gesehenes Thema und auch der von Nacho Vigalondo geschriebene und inszenierte „Timecrimes“ hat so seine Momente. Denn jeder Versuch Héctors, die Sache halbwegs unter Kontrolle zu bekommen, macht sie natürlich nur schlimmer. Wobei hier auch gleich der Knackpunkt für mich liegt, denn Héctor stellt sich nicht gerade clever an. Dazu kommt, dass sein Wissen um Ereignisse größer sein müsste, was aber sowohl er als auch das Skript konsequent ignorieren, um das Szenario weiter eskalieren zu lassen. Das muss man ebenso in Kauf nehmen wie ein Stück weit die Logik außer Acht lassen. Aber das kennt man von gleichgelagerten Filmen ja eigentlich schon und wenn man einen Streifen mit Zeitreise-Thematik einwirft sollte man wissen, worauf man sich einlässt.

Das Tempo hätte „Timecrimes“ gerne etwas anziehen dürfen an manchen Stellen, gerade in der ersten Hälfte. Insgesamt bleibt das Konstrukt aber kurzweilig, wenn auch etwas bieder inszeniert. Man sieht, dass das Budget eher klein war, wobei vor diesem Hintergrund Vigalondo wiederum Respekt gezollt werden darf ob der Umsetzung. Es steht klar die Idee im Vordergrund, Effekte bleiben aus, „Timecrimes“ verlässt sich überwiegend auf seine Grundidee. Hier will er Spannung erzeugen, bemüht sich um Dramatik, bleibt aber auch zu einem Teil verwirrend.

„Es wird noch eine Weile dauern, bis der Regen kommt.“

„Timecrimes“ ist ein gutes Beispiel, wie man mit kleinem Budget und einer Idee einen soliden SciFi-Film auf die Beine stellt. Das Thema Zeitreise ist oft ein Freifahrtschein für Logiklöcher und auch in Vigalondos Langfilmdebüt findet man diese. Dennoch bekommt man einen thematisch interessanten und öfters auch kurzweiligen, in der Konstruktion aber nicht immer überzeugenden und in seiner Präsentation eher unspektakulären Film. Durchaus einen Blick wert.

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