Die Legende von Beowulf ist nach Der Polarexpress der zweite komplett am Rechner entstandene Film von Zemeckis. Wie auch schon beim Vorgänger liegt seine Aufmerksamkeit darin die CGI-Effekte möglichst fotorealistisch und authentisch aussehen zu lassen. Und ja, man kann - was das angeht - durchaus von einem erfolgreichen Unterfangen sprechen. Teilweise wirklich verblüffend wie detailgetreu die Bilder selbst in Großaufnahmen wirken oder wie flüssig und natürlich die Bewegungen eingefangen wurden. Nur wen schert es eigentlich? Den Vergleich zu "realen" Bildern hält der Film nicht stand, und selbst wenn, es bleibt ein furchtbar sinnloses Unterfangen. Da werden Millionen von Dollar in Computerprogramme geblasen nur um das herkömmlich Gefilmte so weit als möglich zu imitieren. Die Verpflichtung von Stars wie Angelina Jolie oder Anthony Hopkins deren eingescannte Gesichter zu bewundern sind, belegen die Macher obendrein mit einer kaum zu glaubenden Unkreativität. Wobei so richtig absurd wird es dann, wenn die neu gewonnene Freiheit der CGI-Technik immer wieder in ihre Schranken verwiesen wird um dem Publikum im Glauben zu lassen, es sähe einen herkömmlich gedrehten Film. Geradezu altbacken und nur wenig Nutzen aus seiner aufwendigen Technik ziehend, verbleibt die Inszenierung. Über die Motivation von Zemeckis kann ich nur Rätseln und natürlich sind die CGI-Bilder auch für Unwissende stets als solche zu erkennen.
Natürlich soll hier nicht der Zweifel aufkommen, dass neben der technischen Redundanz, der Film gelungen sei. Richtig behäbig und unmotiviert schleppt er sich voran. Ist man einmal über das Staunen der technischen Möglichkeiten gekommen, was etwa 5 Minuten in Beschlag nimmt, offenbart sich ein seltsam statisch anmutender Streifen. Keine der Figuren besitzt die Fähigkeit ihre artifizielle Erscheinung abzustreifen und dem Zuschauer darüber hinaus etwas zu vermitteln. Man war wohl so sehr damit beschäftigt den Figuren jeden Bartstoppel und jedes noch so kleine Muskelzucken nahezu perfekt auf die künstliche Haut zu setzen, dass man vergessen hat ihnen Charisma oder zumindest ein wenig Tiefe zu verleihen. So ist das alles teilweise schrecklich ermüdend. Es mag sich weder Spannung noch Dramatik einstellen, selbst wenn die titelgebende Hauptfigur wilde Kämpfe mit Drachen und ähnlichen Wesen austrägt. Wieder einmal (wie so oft) ein eindrucksvoller Beweis, wie wenig Einfluss noch so eindrucksvolle Effekte auf einen guten Film haben.
"Die Legende von Beowulf" ist wie eine Jahrmarktsattraktion, die alle filmischen Muster für seine Präsentation der neuesten technischen Fortschritte benutzt. Und damit ist er, wie bei Computerprogrammen üblich, jetzt schon veraltet. Wenn man sich schließlich dabei ertappt Dinge von sich zu geben wie: "Das Feuer sieht ja wie echt aus!" oder "Teilweise glaubte man echte Menschen zu sehen!" ist man der wahren Intention des Filmes näher als man glaubt. Die Legende von Beowulf ist rein technokratisches Kino der schlimmsten Sorte und Zemeckis zeigt sich als unkreativer Pragmatiker, in dem er das technisch Machbare über die eigenen künstlerischen Fähigkeiten und Möglichkeiten setzt. Letztendlich bleibt der Nährwert für den Zuschauer äusserst limitiert, er kann sich aber in nächster Zukunft darauf vorbereiten, nachfolgenden, vielleicht ungläubigen Generationsvertretern zu vermitteln, dass dieser Film zu seiner Zeit technisch "State of Art" war und für einiges Staunen gesorgt hat. Viel mehr wird über diesen Film wohl nicht zu sagen sein.