Es ist was faul im Staate Dänemark. König Hrothgar ist nach zahlreichen Heldentaten träge geworden und sehnt sich mehr nach frischen Met, als sich um seine vergangenen Handlungen zu kümmern. So kommt es, dass bei der Einweihung der neuen Trinkhalle das Menschen verschlingende Monster Grendel durch den Jubel und Gesang aufgescheucht wird und die Bevölkerung massakriert. Um die Kreatur für immer loszuwerden, verspricht der König dem Mann, der Grendel erschlägt, einen großen Teil seines Schatzes.
Schwer zu sagen, was man von Robert Zemeckis neuester Version des Beowulf/Grendel Mythos halten soll. Ist es überhaupt noch ein Film im traditionellem Sinne oder schon eher ein Anime Produkt, denn die Darsteller wurden, nachdem sie die Szenen gespielt haben, noch einmal vom Genossen Computer animiert und visuell weichgezeichnet. Bei den Animationen von Grendel und des Drachen kann ich das ja noch verstehen, sie sehen auch recht gut aus, warum das bei den menschlichen Schauspielern ebenfalls praktiziert wurde, kann ich nicht so ganz nachvollziehen.
Die Saga wird jedenfalls sehr frei interpretiert und hat mit der Legende nicht mehr ganz so viel zu tun. Zu Beginn wird Hrothgars Gefolge mal eben in einer Nacht beinahe zur Gänze hingemetzelt in der großen Methalle. Dabei wollte das Monster ja eigentlich nur seine verdiente Nachtruhe haben. Überhaupt ist die erste Filmhälfte die deutlich bessere, mit dem Eintreffen der Beokrieger und dem Finalkampf bei dem der Grendel letztendlich getötet wird. Arm abgehackt und aus die Maus, durch Beowulfs Hand, trotz seiner offensichtlichen exhibitionistischen Ader.
Die zweite Hälfte als der wackere Krieger die Königsrolle übernimmt fällt dann doch deutlich ab. Das Geschehen driftet zusehends ins melodramatische, da kann dann auch die halbnackt animierte Angelina Jolie nicht mehr punkten. Der Finale Drachenritt im Showdown sorgt dann zwar nochmal für ordentlich Tempo, aber so richtig zünden tut die Nordmannenmär dort nicht mehr.
Auch wenn man das High Budget durchaus bemerkt und Wille und Ambitionen dem Film deutlich anzumerken sind, kommt ein gerade mal durchschnittliches Etwas heraus. Es gibt zuviele öde und langgezogene Passagen und die technischen Spielerein wirken zu oft aufgesetzt. Bei Wikingergemetzeln zieh ich jedenfalls die echten Schwerter vor.
5/10