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Nachdem Tod eines seiner engsten Freunde, fährt ein einsamer Biker in die Stadt ein. Schon kurz nach seiner Ankunft findet er heraus, das sein Freund nicht wie die Polizei vermutet ertrunken ist, sondern vom lokalen Gangster-Boss Reno umgebracht wurde. Der will nämlich ein Casino im Indianer-Reservat aufziehen und kann keine Störenfriede bei seinem Vorhaben gebrauchen. Das kann der Biker natürlich nicht zulassen und macht sich auf, die Stadt von jeglichem Gesindel zu befreien.

Der noch vor kurzer Zeit belächelte Lundgren, tut sich als Retter des B-Movies hervor und bringt einen meiner Meinung coolen „Actioner" in die örtliche Videothek.

Dolph als Tequila trinkender, aus der Bibel vorlesender einsamer Rächer ohne viele Worte. Wer jetzt denkt das wäre totaler Blödsinn, hat natürlich Recht. Aber Dolph hat mit seiner Regie bei The Mechanik ja schon bewiesen, das er in der Lage ist aus einer minimalen Story einen coolen Action-Streifen zu zaubern, der sich von dem gewohnten DTV-Einheitsbrei abhebt. So geschieht es dann auch mit Missionary Man.

Dolph Lundgren bleibt seiner Linie treu und verpasst auch diesem Film wieder seinen eigenen Look. Mit matten, grauen Farben taucht er das Bild in eine verstörend wirkende Tristesse, die ausgezeichnet zum minimalistischen Plot passt. Wenn man mal genauer drüber nachdenkt, ist das Ganze ein minimalistisches Werk. Figuren werden nur grob oder auch gar nicht vorgestellt. Orte werden so gut wie nie genannt und Worte nur wenn nötig gewechselt. Genau das macht auch die Coolness von Lundgrens Charakter aus. Wie er da wortkarg durch die Stadt fährt und genauso wortlos den Bösen in den Arsch tritt macht schon was her. Freunde von One-Linern bekommen da allerdings einen Dämpfer verpasst. Sogar die Kampfszenen, die von Shoot-Outs über Prügeleinlagen die Grundlagen abdecken, kommen ohne pompöses Feuerwerk und CGI aus. Daher seien alle vorgewarnt, die auf fette Action und rasantes Tempo stehen. Missionary Man ist vielmehr ein Western als reiner Actionfilm. Mir persönlich hat die Mischung gut gefallen und einen netten Gegenpol zur in Mode gekommenen „Ich zeig dir soviel Krawall auf einmal, das du nich mehr mitkommst" - Technik geboten.

Wer sich schon mit dem Stil von The Mechanik anfreunden konnte und Lundgren-Fan ist, liegt hier genau richtig. Alle anderen sollten lieber die Finger von dem Film lassen.

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