Review

...und wieder ein verzweifelter Versuch einen Philip Roth Roman zu verfilmen.
Prinzipiell zwar verständlich, dass aus künstlerischer und wirtschaftlicher Sicht ein erfolgreicher Roman über kurz oder lang den Weg auf die Leinwand findet, nur sollte man sich immer vor Augen führen, was den Roman ausmacht, worin seine Stärken liegen.
Philip Roth ist ein brillianter, stilistisch ausgefeilter Autor, der auch vor drastischen und direkten Darstellungen sexueller Handlungen in seinen Geschichten nicht zurückschreckt. Jeder, der "Das sterbende Tier" gelesen hat, weiß, wovon ich spreche. Allein schon diese Tatsachen, lassen sich trotz niedriger moralischer Hemmschwellen in unserer heutigen Zeit, einfach nicht filmisch adaptieren. Sicherlich hätte es Ben Kinksley in der Rolle des David Kepesh gefallen, von Penelope Cruz oral befriedigt zu werden und anschließend über ihre Brüste zu ejakulieren. Aber mal ganz ehrlich, wollen wir das wirklich auf der Leinwand sehen?
Somit liegt das Augenmerk der Verfilmung in erster Linie auf szenisch schön arangierten Bildern und der Präsenz der Hauptdarsteller. Diese geben gewohnt ihr bestes und agieren überzeugend. Auch wenn Penelope Cruz meiner Ansicht nach doch schon etwas "zu alt" und reif für die Rolle der jungen kubanischen Studentin ist.
Vielleicht war man sich der Problematik Buch/Film doch bewusst und hat deshalb den Titel "Elegy" gewählt um sich von der literarischen Vorlage etwas zu distanzieren. Wie es auch sei, nett anzusehen und professionell gemacht, aber kein Meisterwerk der Literaturverfilmungen.

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