Review

Es ist nicht immer ganz einfach unter der Wucht der unzähligen aktuellen Horrorfilme welche die Videotheken und Kaufhäuser überfluten die Sahnestücke rauszupicken. Nach vielen Enttäuschungen in der letzten Zeit hat es mal wieder ein Film geschafft mich zu faszinieren, mich zu packen und zu dem ich nach mehrwöchiger Abstinenz wieder ein Review widmen möchte: „Blackout“.

Story: Ein Wohngebäude welches gerade renoviert wird. Die Mieter Karl und Claudia steigen in den Fahrstuhl. Bevor die Fahrstuhltür schließt stößt noch der junge Tommy hinzu. Alle drei kennen sich nicht. Der Fahrstuhl bewegt sich und bleibt dank eines Stromausfalles stecken. Nun müssen die Drei für die kommenden Stunden in dem Fahrstuhl verweilen. Die Luft wird knapp, Panik bricht aus und einer von Ihnen entpuppt sich als sadistischer Killer…

Vom deutschen Verleiher Koch Media als „ambitioniertes Horrorthriller“ angekündigt, erfüllt „Blackout“ genau diese Erwartungen die durch die Tagline geweckt werden. Mit einem in manchen Szenen interessanten Spiel aus Licht und Schatten und Farben, Kamerafahrten die an „Fight Club“ erinnern, ein nicht aufdringlich wirkender Einsatz von CGI schafft es Regisseur Rigoberto Castañeda einen optisch durchgestylten Thriller abzuliefern. Dabei wird die Zeit welche die drei Protagonisten in dem Fahrstuhl verbringen immer wieder durch Texttafeln angezeigt und durch Flashbacks die Vorgeschichten erzählt.

Castañeda lässt sich viel Zeit mit dem erzählen seiner Geschichte und lässt nach und nach die klaustrophobische Stimmung entflammen und steuert auf ein wahrlich perfiden Schlussakt hin. Denn nachdem die Identität des Killers gelüftet ist schwenkt „Blackout“ von ruhig in gewalttätig um. Dabei gelingt es Castañeda das Kunststück seinen Film in kein episches Blutbad zu verwandelt so wie es im Horrorgenre aktuell gerne gemacht wird.

Was aber gezeigt wird ist schon nicht ohne und rechtfertigt die 18er Einstufung ohne Zweifel. Hierbei dürfte der Hauptgrund wohl die Skalpellszene sein, welche an Klassiker wie „Last House on the Edge of the Park“. Abgerundet wird die nicht ganz frei von Misogynie dargestellte Folterszene durch eine Vergewaltigung des Opfers. Eine Szene die beispielsweise in England zur Zensur geführt hat.

Wer sich einen düsteren, perfiden Thriller ansehen möchte, der ist mir „Blackout“ bestens bedient. Gorehounds welche auf Grund der Freigabe einen blutigen Serienkillerfilm erwarten werden vom Endprodukt eher enttäuscht werden. Der Film ist einfach nur böse und ein echter Geheimtipp. Sehenswert!

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