Review

Filme, die sich fast ausschließlich in einem Fahrstuhl abspielen, haben wie jedes Kammerspiel lediglich limitierte Mittel, sich dem Zuschauer so zu entfalten, dass es ihn aus dem Sessel reißt.

In einem Fahrstuhl für ein paar Stunden zuhause befinden sich auch in dem Thriller "Blackout" das Trio Tommy (Armie Hammer), Claudia (Amber Tamblyn) und Karl (Aidan Gillen), die in dem noch lange nicht fertiggestellten Hochhaus drei der erst fünf vermieteten Wohnungen bezogen haben. Welch ein Scheiß, dass gerade in solch einem Gebäude der Fahrstuhl stecken bleibt. Die anfängliche Euphorie, schnell gerettet zu werden, sinkt nach den ersten Stunden. Zudem befindet sich ein Serienmörder unter ihnen, der anfangs seine Maskerade noch aufrecht erhalten kann, diese doch dann nach und nach bröckelt...

Keine Ahnung, ob ich zu wenig geraucht habe, aber bei allen "Fahrstuhl-Filmen", die ich bis jetzt geschaut habe, schneidet "Blackout" mit weitem Abstand am schlechtesten ab. Und das, obwohl die Schauspieler ihre Charaktere gut verkörpern, die Kamerafahrten durch den Schacht sowie Perspektiven stimmen und auch der Score den Film ansonsten gut voran treibt.

In erster Linie hängt das an der Geschichte, die zu Beginn noch vielversprechend beginnt. Jedoch unterbrechen den eigentlichen Handlungsstrang immer wieder Rückblenden zu den zuvor passierten Tagesgeschehnissen des Trios, auch, wenn die Geschichten alle etwas geheimnisvoll wirken. Trotz der strangen Stories kann eigentlich nur eine Person der Killer sein und voila, die Tendenz, die man schon nach knapp zehn Minuten hat, wird bestätigt. Bis dahin befindet sich der Film im mittleren Sektor, was Spannung angeht. Danach wird es abstrus und dank der Vorgehensweise in der Dezimierung bleiben nicht viele Szenarien übrig, wie der Film enden könnte. Aus diesem Thema hätte man definitiv mehr rausholen können.

"Blackout" ist mit Abstand einer der schlechtesten Filme, der sich in einem Fahrstuhl abspielt. So spannend wie ein schlechter Tatort. So unterhaltsam, wie selbst in einem Fahrstuhl stecken zu bleiben.

4/10

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