Möchtegern- Don Juan Marc (Alain Delon) gerät in große Schwierigkeiten, da er sich mit der Frau eines Gangsterbosses einlässt. Als die Affäre auffliegt, fordert dieser den Tod seines Rivalen. Doch Marc gelingt die Flucht. Er flieht an die französische Riviera und glaubt sich in einem Heim für Obdachlose vorläufig in Sicherheit. Ein Irrtum, denn die Schergen seines Feindes sind ihm gefolgt. Da kommt Marc das Angebot der verwitweten Barbara Hill (Lola Albright) gerade recht: er soll ihr Chauffeur sein und darüber hinaus im Haushalt helfen. Anfangs scheint alles eitel Sonnenschein. Doch bald schon verdunkelt sich die Atmosphäre. Marc wird angesichts des Verhaltens seiner Vorgesetzten und ihrer jungen Cousine Melinda (hinreißend: Jane Fonda) zusehends misstrauischer. Und er hat allen Grund dazu...
"Wie Raubkatzen" ist ein durchaus spannender Film geworden, der allerdings nicht restlos zu überzeugen vermag. Was wie ein Hitchcock-Streifen beginnt, verwandelt sich danach zusehends in einen sonnendurchfluteten Film Noir. Das klingt alles recht vielversprechend. Doch leider gelingt es Regisseur René Clément nicht, den Zuschauer durchgängig bei der Stange zu halten. Der Einstieg hat noch einiges an Tempo zu bieten, doch sobald die Handlung nach Frankreich verlegt wird, entwickelt sich der Film weitaus gedehnter. Ein Schwachpunkt ist dabei die Wendung um Barbaras Geheimnis, die einfach zu früh einsetzt. Zumal den Machern danach bis zum Finale nicht mehr allzuviel Originelles oder Aufregendes einfällt. Zugleich scheint der Streifen zu Beginn recht anspruchsvoll zu werden, nur um sich dann im weiteren Verlauf einem typischen Groschenroman anzunähern. So verfliegen die Faktoren "Glaubwürdigkeit" und besonders "Logik" ziemlich schnell, worüber auch die guten Darsteller nicht ganz hinwegtrösten können. Alain Delon ist dabei herrlich arrogant, wird von der bildschönen und hochtalentierten Jane Fonda aber noch übertrumpft. Ihre ausgesprochen erotische Szene mit dem Spiegel ist schon fast allein das Ansehen des Films wert. Lola Albright kann mit den beiden nicht mithalten. Sie macht ihre Sache zwar recht souverän, fällt aber besonders in den Szenen mit Fonda deutlich ab. Neben der soliden Kameraarbeit ist vor allem noch der gelungene Score von Lalo Schifrin erwähnenswert.
Im Endeffekt wäre "Wie Raubkatzen" wirklich nichts Besonderes, da die Geschichte einfach zu reißbrettartig daherkommt. Dank den Darstellern und einem gemeinen Schluss, der dem Zuschauer nochmals ein Aha-Erlebnis beschert, lohnt sich der Film aber dennoch. Innovativ ist das alles natürlich nicht die Bohne, aber es gibt mit Sicherheit Schlechteres auf diesem Gebiet.
6/10 Punkten