Peter Jacksons „Braindead“ ist in vielerlei Hinsicht einzigartig. „Brain Dead“ hingegen nicht, er bildet jedoch trotz einfallsloser Story mit netten Splatter-Einlagen und guten humoristischen Ansätzen einen angenehmen Appetithappen für Zwischendurch.
Tatsächlich beschränkt sich der Kern der Geschichte auf: Bunt zusammen gewürfelte Truppe verbarrikadiert sich in Waldhütte vor zombieartigen Alien-Parasiten.
Nachdem einer von zwei Anglern einen Meteoriteneinschlag direkt ins Hirn bekommt, mutiert er zum Zombie und reißt dem anderen den Schädel auseinander. Danach nimmt man sich Zeit für die verschiedenen Figuren, die nach einer Weile in der Hütte aufeinander treffen werden.
Vom smarten Clarence, dem mit Killer Bob eine Flucht in Ketten gelingt, dann ein lüsterner Reverend mit seiner vollbusigen Begleitung, zwei verirrte Wanderinnen (eine unauffällig, die andere eine zickige Lesbe) und Frau Ranger, die als letzte in der Nähe der Hütte auftaucht.
Der Anblick einiger nackter Frauenkörper gehört ebenso zum ersten Drittel wie auflockernde Sprüche, einige Situationskomik und zügige Szenenwechsel.
Als sich schließlich alle in der Hütte einfinden, folgt dann doch der mehr oder minder übliche Ablauf. Erst glaubt man an ein Tier, dann geht jemand mutig heraus und wird natürlich erlegt, später will jemand eine liegen gelassene Waffe von draußen erhaschen und mindestens zwei meinen, es sei sicherer, die Flucht ins Freie zu wagen.
Dass im Verlauf einige Opfer zu beklagen sind, leuchtet ein und wird von Gore-Fans mit Zustimmung entgegen genommen werden.
Die bunte Palette an Gewaltszenen reicht von abgetrennten und zerschossenen Köpfen, einem herausgerissenen Gesicht (zumindest erscheint an der Stelle ein Hohlraum) und weiteren abgetrennten Körperteilen, während direkte Fressszenen nur ansatzweise vorhanden sind, da sich die Zombie-Parasiten ausschließlich vom Hirn ihrer Opfer ernähren.
Die Qualität der Effekte ist für einen preiswert produzierten Streifen dieser Art völlig solide, gleiches gilt für die Zombie-Masken und die Ego-Perspektiven der Infizierten, die mit Ansätzen der Colorkey-Technik sogar recht stylisch anmuten.
Sogar das Ausspeien einiger ölartigen Flüssigkeiten der Kreaturen kann sich trotz Zuhilfenahme von CGI sehen lassen.
Auffällig sind ferner ein paar annehmbare Szenenwechsel, beispielsweise von rollenden Münzen zu den Felgen eines fahrenden Autos.
Was den Spaß ein wenig trübt, ist die wenig gehaltvolle Story, die keinerlei Überraschungen oder gar unvorhergesehene Wendungen bereithält.
Man ahnt früh, wer die Chose überleben dürfte und auch, in welcher Reihenfolge die Typen drauf gehen werden, ist erahnbar. Darüber hinaus ist die finale Erklärung für die Mutation etwas simpel gehalten, zumal der Showdown reichlich unspektakulär und ein wenig tempoarm ausfällt. Demgegenüber sind die letzten Szenen treffend zynisch und bilden wiederum einen gelungenen Abschluss.
Horror-Freunde, die also den einen oder anderen Kopf rollen sehen wollen und vom Kopfschuss mit einem Großkaliber-Gewehr nicht abzuschrecken sind, können bedenkenlos einen Blick riskieren. Die Darsteller sind mit sichtlicher Spielfreude bei der Sache und transportieren die gute Laune, die während des Drehs geherrscht haben dürfte.
Locker, flockig, blutig, nur eben nichts, was länger in Erinnerung bleibt.
6,5 von 10