Alle Kurzkommentare


7

Etwas naiv abgefilmtes Szenekino über einen Ex-Junkie und Straßenpunk, der sich in die Ausreisserin Joe verliebt. Robert Stadtlober lebt die Rolle als Punk exzessiv und überzeugend, kristallisiert die Probleme des Straßenlebens glaubwürdig heraus, und spielt die Szenen zwischen Übermut, Verzweiflung, Aufbruch und Spass einfach nur legendär. Die Geschichte ist nicht neu, kann aber mitreissen, sofern man sich in Engels Situation hineinversetzen kann und diverse Szenegeschichten, die der Film symphatisch rüberbringt, selbst mal gelebt hat. Man mag es als unrealistisch ansehen, doch der Sumpf des Lebens ist endlos. Dramatisch, mitreissend, lebensnah, romantisch, wild und laut, um dann gleichzeitig einfühlsam und ruhig zu werden. Wie das Leben eben spielt. Engel + Joe ist intelligentes und gut gespieltes Romantikkino, nicht nur für einfühlsame und humane Punks, sondern auch für den normalen Dramafan. (9/10)

6

Es war schwierig für mich, die realistische Tristesse und absolute Liebe zu glauben, angesichts all der formalen Tricks und technischen Kniffe, mit denen Vanessa Joop diese bedingungslose, kraftvolle Liebe im Punk-Junk-Ausreißer-Milieu umdonnert (aufbauscht?). Da wurde ich schon mal etwas Erschöpft. Die großartigen Schauspieler geben ihr Bestes, flippen aus, toben rum, erleiden mit Geburt und Entzug schreckliche Schmerzen, nuscheln gekonnt verschluckend ihren Text. Uff. Anstrengend. Und die Handlung ist vielleicht etwas dürftig: Sie verlieben sich, streiten, lieben, streiten, werden naß, lieben, streiten, gehen fremd und auf den Strich, kriegen Kind und Ärger, kommen auf Entzug und fahren mit dem Zug. Happy End. Unglaublich.

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