Review

Super-Mao


Der ultimative, popartige Film für Wohngemeinschaften, 
muss man hier schon haben einiges an Politik und Philosophie im Sinn. 

Godard, verspielt wie selten und doch anstrengend wie ein Professor, 
kann „La Chinoise“ viel sein, von der Schlaftablette bis zum Stressor. 

Mir handlungstechnisch deutlich zu leicht,
wirkt dagegen manch ein politisch Pamphlet noch recht seicht. 

Satire, Kunstwerk, Collage und Manuskript, 
haben mich allein Farben und Kamera öfters aus den Latschen gekippt.

Ich verstehe hier beide Extreme total, 
egal ob man das hält für prätentiös oder den heiligen Gral. 

Diese coole Kommune ist schon eine ganz spezielle Nummer, 
bringt sie mit sich deutlich mehr Spass als Kummer. 

Dennoch geht’s natürlich auch um eigentlich ernste Themen, 
selbst wenn man von ihnen durch's Augenzwinkern erkennt oft nur Schemen. 

Geschwätzig und oft unnahbar in sich versunken, 
hat man das Gefühl, man ist von Thesen und Widersprüchen fast etwas betrunken. 

Immerhin auf dem Papier ein frech-zügiger 90-Minüter, 
erhitzt er sicher besonders in cinephilen und politischen Kreisen einige Gemüter. 

Von Hitler bis Lenin, von Stalin bis Mao, 
stellte Godard seinen Intellekt selten derart zur Schau. 

Das kann wirken ermüdend und unsympathisch, 
doch niemals kann man dieses mächtige Experiment nennen einfältig oder statisch. 

Fazit: Godards politischster und gleichzeitig vielleicht stylischster Film. Ein echtes Kunstwerk, das Warhol stolz gemacht hätte. Bunt. Rot. Revolutionär. Anstrengend aber lohnenswert. „La Chinoise“ ist eine Marke, ein Kunstwerk, ein Statement. Und total Godard. Allein Letzteres reicht für ein wichtiges, sehenswertes Werk. Selbst/Weil es das Gegenteil leichter Kost ist. Und vielleicht auch etwas zu stolz auf seinen IQ und Anspruch. 

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