Kam man bereits mit den original „…of the Dead“ –Teilen durcheinander, wird es durch diverse Remakes noch ein wenig komplizierter. „Day of the Dead“ war der mit dem Bunker und dem Labor-Zombie mit emotionalen Ansätzen, wovon in dieser Neuauflage wenig übrig geblieben ist. Überhaupt, ein anderer Titel hätte Klarheit verschaffen, denn mit dem Romero von 1985 hat dieses Action-Spektakel kaum mehr Ähnlichkeit.
Schuld an der Misere sind wieder biologische Kampfstoffe, die mutierten und sich rasend schnell unter der Bevölkerung in einem Ort in Colorado ausbreiten.
Militär-Dame Sarah (Mena Suvari), ihr Bruder Trevor sowie ein paar weitere Überlebende kämpfen sich immer neue Wege durch die aggressiv blutrünstige Meute.
Im Gegensatz zum Original fallen zumindest einige langatmige Dialogpassagen weg, hier beschränkt man sich aufs Nötigste, allerdings auch, was die Figurenzeichnungen angeht.
Die Heldin zeigt sich halt durchweg tough, doch man erfährt nicht, warum sie ihre Dienstwaffe ohne Munition trägt, Hintergrundinformationen erhält man zu keiner Figur.
Dazu der etwas nervige Dunkelhäutige, der in einer Tour impulsiv agiert und sich gerne logischen Vorgängen widersetzt, dann ein Infizierter, der mitgeschleppt wird, weil er als Vegetarier keine Fleischeslust empfindet (!) und ein Auge auf die Heldin geworfen hat und ein paar Randfiguren, die es früher oder später ohnehin erwischen wird.
Die recht zeitgemäße Inszenierung lässt in Sachen Tempo und Action allerdings kaum Wünsche offen. Alle paar Sekunden werden Köpfe weggeschossen oder aus der Verankerung gehoben und an vielen verschiedenen Orten wie Hospital, Radiostation oder final Lagerhalle/Geheimes Labor nach Fluchtmöglichkeiten gesucht.
Allerdings stammt der überwiegende Teil der Splattereffekte aus dem Rechner, was man ihnen in vielen Momenten leider nur allzu deutlich ansieht und nur weil das Tempo enorm hoch ist, fällt das nicht allzu negativ auf.
Das Gemetzel kann sich hingegen sehen lassen, wofür die agilen Infizierten eine Menge beitragen. Sie sind flink auf den Beinen, klettern einen Schacht auch ohne selbige hoch und können meterweit springen, sogar affenartig einen Zaun hochsteigen und metertiefe Sprünge aus dem Fenster ohne Knochenbrüche überstehen.
Da ist es schon erstaunlich, wie lange einige Flüchtige ohne Schrammen davon kommen und wie emotionslos man die eigene infizierte Mom mit dem Wagen wegbrettern kann.
Für Freunde des modernen Zombiefilms geht also die Post ab. Mal wird ein Untoter nach Zusammenstoß mit der Kühlerhaube meterweit durch die Luft katapultiert, dann gilt es auf einem Parkplatz das rettende Auto zu erreichen, Türen Verschanzter müssen geöffnet werden, bevor die schnellen Biester einen erwischen und am Ende ballern zombiefizierte Militärs unkontrolliert durch die Luft.
Dass der Showdown im Bunker ein wenig ans Original angelehnt ist, kann hingegen nur als vages Zugeständnis betrachten werden, denn trotz enormen Tempos mangelt es dem Drehbuch an Ideenreichtum und Entschlossenheit.
Bis zuletzt ist man sich uneinig, ob denn die Übertragung durch Luft oder einen Biss erfolgt und wie lange es überhaupt dauert, bis die Starre einsetzt, die Haut zerfällt und die Klüsen glühen.
Im Gesamtbild überwiegt letztlich der pure Unterhaltungswert, der sich aus einem nahezu atemlosen Ablauf mit ordentlicher Action ergibt. Die Darsteller sind bemüht und kämpfen tapfer gegen ihre eindimensionalen Charakterisierungen an und der Splattergehalt ist beachtlich, auch wenn man bei einigen Szenen Abstriche aufgrund mangelnder Pixelqualität machen muss.
Nicht sonderlich innovativ oder gar ein Remake rechtfertigend, aber für den kleinen Hunger auf Zombiespaß durchaus annehmbar.
6 von 10