Zu Steve Miners "Day of the Dead"-Debakel gibt es zwar schon tausend und eine Kritik die irgendwo zwischen "der Trash ist ganz nett" und "total zum Kotzen" schwanken, die einheitliche Meinung ist aber oftmals: "Hätten sie ihn wenigstens nicht 'Day of the Dead' genannt!" Meine Meinung dazu? Das hätte auch nicht mehr viel gebracht.
"Die ganze Stadt wird unter Quarantäne gesetzt, aber keine Sorge, das ist nur eine Übung!"
Ja, wers glaubt... Und so sitzen wir auch direkt im Geschehen wo ein kleines Ami-Kaff (mal wieder) vom Militär abgeriegelt wird, da ja ein ganz doll böser Virus ausgebrochen ist. -Oh-ha, noch mehr auf seine Essenz reduzieren kann man einen Zombie-Plot ja kaum mehr. Unsere Soldatenheldin, "gespielt" von Mena Suvari sucht in dem Quaos derweil die Familie, ein paar andere Charaktere laufen natürlich auch noch mit durch die Gegend, sind aber allesamt gut als "Teenie-Pärchen, Sidekick, Quoten-Schwarzer und der ganze Rest" zu bezeichnen. Die laufen dann halt, denn unsere lieben Untoten sind dieses Mal ziemlich flott unterwegs. "Dawn of the Dead (Remake)" mäßig wird da im Tod noch schneller gerannt als zu Lebzeiten und neuerdings können unsere lebenden Leichen auch Spider-Man-mäßig an Wänden und Decken entlangklettern. WAS? Keine Ahnung, wird auch im Film kaum bis gar nicht erklärt, dafür aber auch sinnlos und inkonsequent selten im Film eingesetzt, darauf nochmal ein großes WAAAS?
"Warum will er uns nicht beißen?" -"Naja, er war im früheren Leben Vegetarier!"
-"Und das ist deine Erklärung dafür?" Ja, dass ist sie und diesen Brocken muss man erstmal schlucken, denn, aufgemerkt, wir befinden uns ja immer noch im "Day of the Dead", der ja eigentlich ein Remake darstellt. Also mal die Merkkarte raus, was haben wir denn alles überhaupt noch übernommen: Zombie namens "Bud" (gut, hieß im Original Bub, aber soweit, so schlecht) der Menschen nicht fressen will (und hier in unsere Hauptdarstellerin verknallt ist), einen "Captain Rhodes", gespielt von Ving Rhames, der aber ansonsten nichts mit seinem Film-Vorbild zu tun hat und am Ende rennen alle durch irgend einen Militär-Bunker. Ah, ja, soviel dazu. Die Darsteller, allen voran der Quoten-Schwarze nerven durch totale
Klischeehaftigkeit (einmal will er nur seine eigene Haut retten, aber wenns cool kommt haut er natürlich am meisten auf die Kacke, "witzige" Sprüche, konsequenter Posing-Drang, etc.).
...beim Reviews des ebenfalls nicht sonderlich gelungenen, griechischen Zombiestreifen "Evil" hatte ich damals schon den Vergleich mit "Zombie 3" von Bruno Mattei (und wer auch immer sonst noch damals mitgedreht hat) herangezogen, was vielleicht etwas übereilt war.
Gerade "Day of the Dead" bietet fast mehr
Parallelen zu jenem unsäglichen Zombie-Jux als zum eigentlich "Original". Hier wie dort (also "Day"-Remake und "Zombie 3") gibts "Pizza-Face"-Zombies, einen Radiomoderator, Militärs in der Hauptrolle und ein schiefgegangenes Experiment ist an allem Schuld. Überhaupt sehen die Zombies bei "Day" extrem "italienisch" aus vom Look her. Von 0 auf Zombie gehts hier in einer Sekunde, plötzlich verwesendes Fleisch und trüber Blick inklusive. Das manche Zombies dann auch noch mit Waffen rumballern oder gar Auto fahren macht zwar noch weniger Sinn, wird aber halt auch nur da verwendet wo es keinen Sinn hat.
Sollten jetzt Fragezeichen über den Köpfen der Leser hier erscheinen, seht es positiv, so ging es mir auch beim Schauen.
"Mit dem Feuer können wir ihnen beikommen!"
Feuer, aber natürlich, dass Allheilmittel gegen Zombie-Seuche. Aber sicher doch. Dank schlechter CGI-Effekte platzen die lebenden Leichen hier auch gleich die Köpfe wenns ans Abfackeln angeht und am Ende will man es uns Zuschauern wohl echt weiß machen, dass alle Zombies im unterirdischen Bunker mit einer großen Stichflamme weggeröstet wurden. Aber sicher...NICHT! "Story" kann man hier gar nicht erwarten, genauso wie interessante Figuren, einen krischen Subtext oder irgendwelche Meta-Ebenen. "Muss ja auch nicht immer, hauptsache es fetzt!" werden da Einige richtig sagen, aber leider auch bei dem Punkt ist tote Hose.
Klar, manchmal wirds etwas blutiger, hier ein Biss, da ein Stück Haut das sich vom Besitzer verabschiedet, nichts wo man ein Zombie-Freund jetzt mit der Zunge schnalzen würde. Die Headshots sind dann meist auch deutlich CGI-unterstützt und viel mehr gibt es zum Splatter-Level auch nicht zu sagen, es ist halt alles ziemlich zahm.
Das Miner was den Look des Ganzen angeht wohl oftmals in Richtung "Dawn-Remake" geschielt und so stylische "Verzerrungen" (oder was das auch immer waren) bei manch einer Zombie-Szene eingebaut hat oder auch mit dem Geschwindigkeitsregler spielt lässt, kaum mehr Seh-Spaß aufkommen, viel mehr wird hier dem Zuschauer auch noch unter die Nase gerieben, dass man es halt einfach nicht so drauf hat wie der große Remake-Bruder (der aber auch noch seine Fehler hatte).
Fazit: Was soll ich also zum Abschluss sagen? "'Day of the Dead' von Steve Miner" steht groß auf dem deutschen Cover und das kann man dann ja erstmal so stehen lassen. Sowohl als Titel dieses unsäglichen Remakes, als auch als gesamte DVD für sich im Regal der Videothek.
...gut, gut, gut, als Komplettist und Zombie-Freund kann man sich den Schwachmaten-Schinken natürlich reinziehen und hat in Party-freundlicher Umgebung sicherlich auch den einen oder anderen Lacher dabei, wenn man sich aber erst (so richtig) zudröhnen muss damit ein Film gefällt, dann spricht das eigentlich schon wieder für sich. Schauen, registrieren und ab dafür!