So, mal die Eimer beiseite stellen und sich versuchen ernsthaft mit diesem Machwerk auseinander zu setzen. Wir schreiben das Jahr 1963, als die Welt noch friedlich, idyllisch und sorgenfrei war. So will uns „Dirty Dancing“, der in diesem Jahr spielen soll, zumindest Glauben machen. Und weil das Machwerk als der „erfolgreichste und prägendste Tanzfilm der Filmgeschichte“ verkauft wird, sind wir auch erstmal schwer beeindruckt. Einspielergebnisse von 60 Millionen bei einem Zehntel des Budgets sind schon beachtlich.
Nur leider entpuppt sich der Plot selbst sehr schnell als purer Murks. Die junge Frances (Jennifer Grey), aus wohl erzogenem und gut betuchtem Hause verbringt, zusammen mit ihren Eltern und ihrer Vorzeigeschwester in den Catskill Mountains, wo sie, wenn es nach ihren Eltern geht, schon bald mit dem schmierig, unsympathischen Juniorchef verkuppelt werden soll. Eingezwängt in das biedere Animationsprogramm, stolpert sie eines Abends über die Party der Arbeiterklasse, wo die Fetzen fliegen und Tanzmatze Patrick Swayze (natürlich extrem lässig und rebellisch) eine heiße Nummer aufs Parkett lägt. Es kommt wie es kommen muss…
Herrlich, da werden Klischees an Klischees gereiht, ungewollte Schwangerschaften falsch behandelt, Frances Eltern revoltieren gegen ihre Zuneigung zum feschen Tänzer… bla … sülz… laber…. Der Plot steigert sich ins schier sentimental und romantisch Unerträgliche, so kitschig wird hier erzählt und inszeniert. Dennoch, die Tanzeinlagen besitzen einen gewissen Reiz, sind exzellent choreographiert und mit absoluten Ohrwürmern unterlegt. Gleichzeitig bleiben sie aber leider auch der einzige Grund sich nicht abzuwenden und irgendwas Wichtigerem zu widmen.
Wer die substanzlosen Dialoge und das einfältige Spiel aller Akteure (Ja, auch Swayze) überstanden hat, der darf final immerhin noch einer Katastrophe mit abschließendem Happy End beiwohnen, obwohl die Geschichte, die unumgänglich auf das ungleiche Paar gemünzt wurde, sowieso niemanden mehr interessiert.
Fazit:
Fast der Bodensatz amerikanischer Filmkunst, wenn nicht die Tanzeinlagen und die Musik vorhanden wären. Schwache Schauspieler, Kitsch und Klischee wohin man sieht und eine debile Story oben drauf. Wie man sich für so was begeistern kann, bleibt zumindest für mich, unergründlich.