Ein moderner Terrorklassiker, der Filme im Stile von "TCM" oder auch "Kabinett des Schreckens" ebenso kopiert wie verehrt, dazu nahm er sich noch Sachen wie "House of 1000 Corpses" und seine zeitgenössischen Terrorkollegen zur Brust und kreiert einen derben, auf möglichst viel Provokation ausgelegten Thriller. Es wurde an manche Stellen beklagt, dass die vier Helden, welche in die Fänge einer komplett degenerierten Altnazi-Familie geraten, extrem unsympathisch wären, doch ich finde, dass das nur im ersten Moment so ist. Wenn man sich anguckt, welche Strarrollen zur Zeit verherrlicht werden (z.B. in den meisten Filmen mit Jason Statham), sollte man hier nicht meckern, dass es sich um herumfluchende Jugendkriminelle handelt. Bis sie auf die Hinterwäldler treffen hat man sich an sie gewöhnt.Die eigentliche Sensation des Films (sowie dieses ganzen Genres) ist stets die Darstellung der Folterknechte, die hier wieder besonders comichaft gelungen ist. Vom feisten Schweinezüchter über den strickten Nazi-Opa, die bezaubernde Prostituierte, bis hin zum "normalen" Polizisten, ist hier alles vertreten. So entwickelt sich hier auch noch weniger Storyline als z.B. bei "Hostel" oder "Turistas", doch das spielt erstaunlich wenig Rolle, wenn man sich schon auf einen Film dieses Genres einlässt. Wie schon seine Kollegen, ist auch dieser Film technisch einerseits sehr ordendlich gemacht, weist aber kaum einen eigenen Stil auf. Tatsächlich zeugen der Einsatz unsinniger, zeitgemäßer Stilmittel (vor allem im ersten Drittel gibt es absurde spielereien mit Jumpcuts, unterschiedlicher Geschwindigkeit und schrägen Kamerawinkeln, welche im Rest des Films dann gänzlich verschwinden) davon, dass Gens nur ein solider Auftragsarbeiter ist und nie versucht, etwas eigenes zu kreieren. Das Ziel jedenfalls, einen besonders fiesen Schocker zu basteln, welcher spielend leicht mit den Größen des Splatter-Terrorkinos konkurriert. Dabei sei erwähnt, dass die Macher auch bereit waren, in Effekte Geld zu investieren und so gibt es für die Freunde gemütlichen Gores auch wieder was zu jubeln.
Was sicher nicht so gelungen ist, sind die etwas zu übertriebenen Anspielungen an TCM, bei denen die Fans eher den Kopf schütteln werden (vor allem, wenn die "Heldin" beim weglaufen direkt wieder ins Auto eines Familienmitgliedes steigt). Auch muss man ankreiden, dass der Film den Bogen des Folterns etwas überspannt, soll heißen, es dauert zu lange, bis die Helden eine Racheaktion zu sehen bekommen. Außerdem fand ich es sehr unpassend, dass ausgerechnet ein typisches französisches Model Teil der Degenerierten ist, da hätte man etwas weniger dick auftragen können - eine "gewöhnliche" Schönheit hätte es auch getan.
Gut möchte ich nennen, dass das Tempo der Ganzen Metzelei permanent hoch gehalten wurde. Besonders hervorheben möchte ich aber noch, dass der "Verzehr" dieses Streifens eigenartige Lust in mir erweckte, als Kontrast mal wieder einen "leisen" Slasher aus den Achtzigern oder einen reinen Psychothriller wie "Fear in the Night" anzusehen - Danke dafür! Die DVD aus den USA (Horrorfest/8 Films to die for) ist völlig in Ordnung, die französische Sprache mit englischen Untertiteln ist sehr zu empfehlen.Fazit: Wenn man für dieses brutale Subgenre des "Die-meisten-Leute-weinen-die-Laufzeit-über-nur-herum" etwas übrig hat, bekommt man einen unterhaltsamen, direkten Vertreter, sozusagen einen Hamburger unter den Folterfilmen, oder sollte ich sagen: ein belegtes Baguette mit Schweinefett.