Review

Nachdem ein Kandidat der extremen Rechten die Wahlen in Frankreich gewonnen hat, kommt es zu Ausschreitungen und Protesten.

Mittendrin Yasmine (Karina Testa), ihr Ex-Freund Alex (Aurelien Wiik), Tom (David Saracino), Farid (Chems Dahmani) und Yasmines Bruder Sami (Adel Bencherif).

Die Gruppe hat gerade einen Raub begangen wird aber von Polizisten verfolgt.

Alex tötet einen der Beamten und wenig später in einer heruntergekommenen Lagerhalle beschließt die Gruppe sich zu trennen und später an der Grenze wieder zusammenzukommen.

Grund dafür ist Samis Schussverletzung die dringend ärztlich behandelt werden muss.

Doch schon kurz nachdem Alex und Yasmine ihn in ein Krankenhaus gebracht haben erliegt Sami seiner Verletzung.

Inzwischen sind Tom und Farid (die auch das erbeutete Geld bei sich haben) auf dem Weg zur Grenze.

Da es schon dunkel geworden ist übernachten die Beiden in einer abgelegenen Herberge.

Dort treffen sie auf Götz (Samuel Le Bihan), Gilberte (Estelle Lefebure), Klaudia (Amelie Daure) und deren Mutter (Rosine Favey).

Klaudia und Gilberte verschwenden keine Zeit sondern verführen Tom und Farid zu einem nächtlichen One-Night-Stand.

Doch die Freude währt nicht lange den Carl (Patrick Ligardes) taucht auf und bedroht Tom mit einer Waffe und schließlich mischt auch Götz mit und schlägt Tom fast halbtot.

Zwar gelingen Farid und Tom die Flucht aber Götz (ganz klar ein Anwärter auf den Titel "Soziopath des Monats") sorgt dafür das ihr Auto einen Unfall hat.

Später treffen Alex und Yasmine in der Herberge ein (ihre Freunde hatten sie vorher noch angerufen) werden aber von Klaudia zu einem Anwesen ganz in der Nähe gebracht.

Denn dort sollen sich Farid und Tom nun aufhalten.

Natürlich entpuppt sich das Ganze als Falle, denn im dem alten Bauernhof warten nicht etwa ihre Freunde sondern Hans (Joel Lefrancois), Eva (Maud Forget) und Von Geisler (Jean-Pierre Jorris), Oberhaupt der Familie und Altnazi, der nach dem 2. Weltkrieg nicht etwa nach Argentinien geflohen ist sondern es sich in Frankreich bequem gemacht hat.

Als Von Geisler herausfindet das Yasmine im dritten Monat schwanger ist sieht er dies als ein Zeichen der Vorsehung, braucht die Famile doch Nachwuchs und frisches Blut.

Alex & Co. hingegen sollen, wie so viele andere Opfer vor ihnen, ein grausames Ende finden...


Meinung:

Frontier(s) ist kein schlechter Film aber wegen seiner zahlreichen heftigen Gewaltszenen wurde die dt. Fassung immer wieder um einige Sekunden erleichtert was mich aber nicht wirklich gestört hat.

Als typischer Action- bzw. Horrorfilm hätte Frontier(s) auch funtioniert ohne auf den Pfanden von Inside / Martyrs zu wandeln.

Eine weitere Möglichkeit wäre gewesen anstatt die Handlung bierernst auf den Bildschirm zu bringen stattdessen mehr die Exploitationkarte zu ziehen und das Ganze als Groteske auf Film zu bannen.

Denn Von Geisler und seine Sippe sind nicht nur mordlustige Nazis sondern dazu noch Kannibalen die ihre Opfer regelrecht zur Wurst machen.

Herrgott, was hätte Christoph Schlingensief nur aus diesem Stoff gemacht:

Kannibalistische Neonazis im Hinterland gleich links vom Schwarzwald, Hakenkreuzfahnen überall und Heino als Familienoberhaupt "Schwarzbraun ist die Haselnuss" trällernd während Liliputaner in SA - Uniformen eine Art Mini-Nürnberger Reichsparteitag abhalten.

Ich meine wenn jemand schon einen Film über eine kannibalistische Nazisippe macht dann sollte auch so richtig auf den Pudding gehauen werden bis das Brandenburger Tor wackelt.

Und selbst ohne den Horroraspekt hätte Frontier(s) als Actionfilm funktioniert:

Gang erbeutet haufenweise Geld bei Überfall, Neonazis kriegen das spitz und wollen die Moneten für sich. Folge: Jede Menge Schießereien und Explosionen

Wie gesagt: An sich ist Frontier(s) kein Durchhänger.

Die Darsteller machen ihre Sache sehr gut vor allen Jean-Pierre Jorris (Panther 2 - Eiskalt im Feuer) als Von Geisler, der seine Kinder an der straffen Leine führt und besonders nicht viel von Hans (der wohl etwas geistig beeinträchtigt ist und die Nazis sahen körperlich / geistig Behinderte als unnützes Leben / Belastung für die "Volksgemeinschaft") hält und sich auch gut als Obernazi im fünften Indiana Jones Film gemacht hätte.

Eva, Hans Frau, ist dann wohl neben Yasmine, der tragischste Charakter:

Als Kind wurde sie ihren Eltern weggenommen (glaubt aber immer noch das diese sie eines Tages holen kommen), immer noch etwas kindlich und ihre und Hans Kinder müssen ihr Dasein im Bunker unterhalb des Anwesens fristen, da sie Von Geislers Ansprüchen von Nachwuchs für die "Herrenrasse" nicht wirklich entsprechen.

Das Einzige was mich gestört hat ist die Bezeichnung bzw. Einordnung von allen möglichen Autoritätspersonen unter dem Begriff Nazi: Polizisten, Krankenhauspersonal, Sicherheitsbeamte, Vertreter des rechten politischen Lagers (ein Politiker wird in einer Szene dann auch als französischer George W. Bush bezeichnet) und im Abspann gibt es dann noch eine Kampfansage an Nazis (aber nur in französisch).

Fazit:

Frontier(s) kann man sich als Fan von gutem Actionhorror ruhig einmal ansehen.

Kein Klassiker aber ein gut gemachter Film.


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