Seit dem Einzug ihrer Familie in eine abgeschieden am Stadtrand gelegene Villa hat die junge Emma Callan dort immer wieder Erscheinungen von einer Frau, die ihr zum verwechseln ähnlich sieht. Die Geschichten von der unheimlichen Doppelgängerin wollen ihr jedoch weder ihre Eltern noch ihr Psychologe Dr. Perry, der Emma wegen ihrer mentalen Macke regelmäßig Hausbesuche abstattet, so richtig glauben. Lediglich der smarte Polizist John Trevor, der auf geistige Gesundheit pfeift und ein Auge auf die junge Frau geworfen hat, erklärt sich bereit, privat einige Nachforschungen anzustellen. Emma ist bald schon überzeugt, dass es sich bei der Doppelgängerin wohl um den Geist ihrer toten Zwillings-Schwester Beth handeln muss, von der sie mittlerweile annimmt, dass diese im Kindesalter von ihrem verhassten Vater ermordet wurde. Will die geisterhafte Erscheinung Emma vielleicht vor einer drohenden Gefahr warnen... oder ist Beth etwa aus dem Jenseits zurückgekehrt, um Rache zu nehmen...? Für Mary Lambert, die seit ihren beiden "Friedhof der Kuscheltiere"-Streifen nichts Beachtenswertes mehr zustande gebracht hat, war der absolute Tiefstpunkt mit ihrem überflüssigen "Düstere Legenden 3" offenbar noch nicht erreicht, denn das nun vorliegende, popelige DVD-Filmchen "Evil Twin" ist doch glatt doppelt so schlimm geworden und unterbietet den besagten Franchise-Nachklapp wirklich mühelos. Was eventuell als gruseliges Psycho-Kammerspiel mit einigen Geisterfilm-Anleihen und einem überraschenden Knalleffekt am Ende gedacht war, verkommt durch die furchtbar schludrige Inszenierung nämlich zur Farce schlechthin. Da hat nicht nur der Cutter im Schneide-Raum ganz schön kämpfen müssen, um aus den einzelnen Takes einigermaßen kohärente Szenen zusammenzufriemeln, auch die sichtlich ungeführten Darsteller knallchargieren sich unter der Ägide Lamberts einen ziemlich nervtötenden Stuss zusammen. Echt deprimierend übrigens, dass sich John Savage und Catherine Mary Stewart mittlerweile in so einem Schund verdingen müssen, reicht es denn nicht einmal mehr für goutierbare B-Ware? Die auf einen einzigen Drehort beschränkte Handlung fleddert sich von "The Sixth Sense" bis "Ring" zwar munter durch das Genre-Kino der vorletzten Dekade und ist mit Zitaten geradezu gespickt, doch sorgt die augenscheinliche Klaumentalität nicht unbedingt dafür, dass man "Evil Twin" deshalb als wesentlich charmanter oder weniger fad empfindet. Eher ist das Gegenteil der Fall. So plätschert die Chose dann auch unsagbar langweilig dem nur allzu offensichtlichen Schluss-Twist entgegen, den man trotz aller Unlogik und eines faustdicken Plotholes (die Pistole!) natürlich schon von weitem kommen sieht. Da nützt es auch nichts mehr, dass man in der allerletzten Szene doch versucht hat, das Ruder noch mal mit aller Kraft herumzureißen und die Angelegenheit so in die Gefilde gängiger Haunted House-Schmonzetten zu lenken. Mit anderthalb zugedrückten Augen kann man Mary Lambert vielleicht noch zugute halten, dass sie in zwei, drei splatterigen Momenten versucht, an die graphische Intensität ihrer bekannten Stephen King-Adaptionen anzuknüpfen. Leider gehen ein ziemlich blutiger Kehlen-Schnitt und der recht effektvolle Kopfschuss im Finale vollkommen in der allgemeinen Tristesse dieses fast schon als TV-normiert zu bezeichnenden Low Budget-Streifens unter und verpuffen ohne jede Wirkung. Bar jeglichen Impacts und mit der dazu passenden, kristallklaren Video-Optik versehen, könnte "Evil Twin" tatsächlich problemlos zur Prime Time versendet werden. Bleibt letztendlich noch die Vermutung im Raum stehen, dass Drehbuchautor Tom Malloy sich die Rolle des geistig zurückgebliebenen Bruders der Protagonistin sicherlich nur deshalb auf den eigenen Leib geschrieben hat, um in Sachen Overacting mal so richtig ungestraft vom Leder ziehen zu können... das Behindi-Kindi zu mimen hat sicher Spaß gemacht...
2/10