Mit "Untraceable" kommt laut Trailer endlich mal wieder ein spannender Thriller in die Kinos, dachte ich. In unserem Zeitalter wo das Kino von Komödien, Liebesfilmen und Remakes überschüttet ist, bin ich doch mal wieder um eine Story froh, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat. In Szene gesetzt vom erfahrenen Gregory Hoblit (Frequency, Zwielicht, Das Tribunal). Ein Jahr zuvor lief sein Film "Das Perfekte Verbrechen" mit Hopkins und Gosling in unseren Kinos. Leider ist Hoblit ein Regisseur der keine eigene Handschrift besitzt. Ich denke er würde so ziemlich jedes Screenplay inszenieren können, doch es würde nie ein Knaller dabei herauskommen, genau dieses Problem hat auch "Untraceable". Erdacht haben sich die Story zwei Neulinge, nämlich Mark Brinker und Robert Foyvolent.
Jede Nacht muss sich FBI-Agentin Jennifer Marsh (Diane Lane) durch das Internet wühlen um gefährliche Seiten zu eliminieren, oder Betrüger zu entlarven. Mit ihrem Kollegen Griffin Dowd (Colin Hanks) stößt sie bald auf die dubiose Seite "www.killwithme.com". Ein Unbekannter lässt hier eine Katze in einer Rattenfalle sterben und kurze Zeit später hat er eine menschliche Person in seiner Gewalt. Je mehr Leute die Seite anklicken, desto schneller stirbt diese Person. Der Täter scheint ein ausgebufftes Computergenie zu sein, denn seine Seite besteht trotz ettlichen Löschungen. Immer mehr Menschen werden auf der Seite Publikumsträchtig hingerichtet. Auch Dowd fällt dem Täter bald zum Opfer. Mit dem Detective Eric Box (Billy Burke) versucht Jennifer den Täter zu stellen, doch dadurch bringt sie sich und ihre kleine Tochter in Gefahr.
"Der gläserne Mensch", wenn die technischen Entwicklungen so weitergehen ist es bald so weit. Es ist heute nicht mehr schwer sich in einen fremden Computer zu hacken, Bankdaten und Passwörter zu klauen und dem armen Opfer dann noch einen Virus daraufspielen. In ihrer Computerzentrale entlarven Jennifer und Griffin Betrüger, ein Anruf und sie werden von einer Sondereinheit verhaftet. Aber was passiert wenn man an ein Genie trifft, welches massenhaft Server, unter anderem auch in Russland, benutzt. Der Ansatz hier ist durchaus interessant, leider flacht das Ganze zu sehr in die Routine ab. Erst muss eine Katze daran glauben, kurz darauf schon der erste Mensch. Der Täter hat sich für jedes Opfer einen anderen Tod ausgedacht. Die Todesarten sind nett erdacht und wirklich fies, das Opfer muss richtig leiden wenn es durch ein chemisches Mittel aus allen Öffnungen blutet, mit Strahlern bei lebendigem Leib verbrannt wird, oder in Batteriesäure aufgelöst wird. Man fragt sich nur, wo der Täter das ganze Equipment her hat. Die Auflösung warum er dies tut, ist mir zu gängig, aber immerhin plausibel, auch woher er die Kenntnisse und Fertigkeiten besitzt wird gut erläutert. Doch schon in der ersten halben Stunde bekommen wir das Gesicht des Täters zu sehen, sehr gut verkörpert von Joseph Cross.
Aber leider weiss der Zuschauer ganz genau, dass er sich bald an Jennifer heranmacht, natürlich hat Diese mit ihrer kleinen Tochter einen Schwachpunkt. Diane Lane macht einen guten Job, hat jedoch mit ihrem Klischeecharakter zu kämpfen. So bleiben wir auch vor einer sich anbahnenden Lovestory zwischen Jennifer und Eric Box nicht verschont.
Richtig gut geworden ist Christopher Youngs Score, der in den spannende Sequenzen richtig gut funktioniert. Davon hat "Untraceable" auch Einige zu bieten. Das Finale ist zwar trivial, aber wirklich spannend, obwohl ich finde, dass der Täter zu schnell ins Gras beisst. Man hätte noch ein wenig mehr Action hineinbringen können.
Gerade in der Mitte des Films hätte dies nicht geschadet, denn Hoblit hat mit kleinen Hängern zu kämpfen. Ausser den Morden knallt er dem Zuschauer massig Dialoge vor den Latz, eine kleine Verfolgungsjagd zwischendurch hätte das Ganze aufgepeppt.
Alles in allem bleibt nur ein ordentlicher Thriller mit guten Storyansätzen, welche jedoch später durch Klischees verschenkt werden. Gut anzusehen ist "Untracebale" trotzdem und trotz einiger Durststrecken auch unterhaltsam und recht spannend. Die glaubwürdigen Darsteller runden das Ganze ab.