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Diane Lane spielt eine FBI-Agentin, zuständig für Internet-Verbrechen, die nach einem Killer fandet, der seine Opfer vor laufender Kamera sterben lässt und den Tod der Opfer mit steigender Zuschauerzahl beschleunigt. Sowohl übers Internet, als auch in der realen Welt beginnt eine Serienkillerhatz, bis Lane selbst schließlich in das Visier des Killers rückt.

Spätestens seit dem Überraschungserfolg von "Saw" stürmen diverse Thriller mit möglichst innovativen Tötungsarten und einem hohen Grat an Sadismus die Kinos und auch "Untraceable" stellt hier keine sonderlich große Ausnahme dar und bewegt sich trotz der innovativen, gelungenen Grundidee im konventionellen Rahmen, überzeugt aber als unterhaltsamer Thriller.

Regie führt mit Gregory Hoblit ein erfahrener Regisseur, der mit "Zwielicht", "Dämon", "Frequency" und "Das perfekte Verbrechen" schon einige, teilweise sehr gute Thriller, inszeniert hatte und auch bei "Untraceable" leistet der versierte Regisseur routinierte Arbeit. Wie bei vielen Serienkillerjagden wird auch "Untraceable" zum Ende hin für die Ermittler zum Wettlauf gegen die Zeit, Hoblit beschleunigt das Erzähltempo dabei zunehmend und so gelingt ein grundsolider Spannungsbogen. Den Score lieferte mit Christopher Young ein erfahrener Komponist, der schon die Filmmusiken zu "Spider-Man 3" und "Hellraiser" lieferte und auch diesmal kreiert er mit passender Spannungsmusik eine gespannte Atmosphäre, die durch die düsteren Bilder von Hoblit zusätzlich verstärkt wird. Die Hinrichtungen der Opfer sind ziemlich brutal, aber so schockiert der Gedanke, dass es so viele Voyeure geben sollen, die sich eine solche Folterung ansehen und sie sogar wissentlich beschleunigen, noch mehr. Das Rad erfindet der Film wie erwähnt nicht neu, aber das braucht er auch nicht, um zu unterhalten.

Allerdings hätte man dann doch wesentlich mehr aus der Grundidee herausholen können. Man hätte hier ein düsteres und bedrohliches Menschenbild zeichnen können, da sich ja Millionen von Amerikanern die Folterungen ansehen, aber dies wird oftmals ausgelassen. Bei der soliden, aber ebenfalls eher durchschnittlichen Charakterkonstruktion verschenkt man weiteres Potential, obwohl man sich stellenweise Mühe gibt, zumindest die Hauptfigur tiefer zu konstruieren. Zudem bleibt der Film nach seinem gelungenen Auftakt leider zu eng in den Handlungsbahnen des Genres und krankt somit zum Ende hin teilweise an seiner Vorhersehbarkeit.

Diane Lane spielt einmal mehr gewohnt solide, gibt der FBI-Ermittlerin ausreichend Profil und ist zudem relativ sympathisch. Colin Hanks spielt ebenfalls solide, kann sich aber auch diesmal nicht wirklich weiterempfehlen und so ist es der charismatische Billy Burke, der ihm hier die Show stiehlt und sich für höhere Aufgaben weiter empfiehlt. Der restliche Cast ist makellos.

Fazit:
Mit seiner innovativen Grundidee, aus der leider ein konventioneller und vorhersehbarer Krimi geschustert wird, der grundsoliden Inszenierung und dem starken Cast ist "Untraceable" ein rundum unterhaltsamer Thriller, aus dem man auch mehr hätte herausholen können.

65%

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