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Und noch ein Teenie-Slasher, der unter dem Deckmantel einer Fortsetzung suggerieren mag, weitaus gelungener als das Original daher herzukommen, was im Fall von „Boogeyman“ nicht allzu sehr verwundert. Die Angst vorm schwarzen Mann wird jedoch auch durch diesen austauschbaren Streifen nicht geschürt, - Maskierter Killer veranstaltet Jagd auf Insassen einer Psychiatrie – ja und?

Laura ist die Hauptfigur, die als Kind mit ihrem Bruder Henry erleben musste, wie ihre Eltern von einem Unbekannten getötet wurden. Seitdem sind beide traumatisiert, Henry hat die psychologische Behandlung bereits abgeschlossen, doch Laura steht sie noch bevor und just zu dieser Zeit, während ihres Aufenthalts in der Psychiatrie, scheint der Boogeyman erneut Gestalt anzunehmen.

Das Rätselraten um die Identität des Unholdes will erst gar nicht so recht in Fahrt kommen, zumal die Figurenkonstellation rund um Laura, Tobin Bell als zwiespältigen Arzt und einigen vogeligen Patienten frühzeitig in eine erahnbare Bahn gelenkt wird.
Knarzende Türen, Gruppentherapie und viele belanglose Dialoge, die einem die Protagonisten kaum herzlich näher bringen, stehen also lange im Vordergrund, bevor der Gesetzesbrecher endlich die Gruppe dezimiert.

In diesen Belangen muss man ebenfalls einige Zeit auf deftigere Szenen warten. Anfänglich erhält man lediglich kurze Blicke auf die zugerichteten Opfer, bevor es mit Maden unter der Haut und offenem Brustkorb etwas einfallsreicher zur Sache geht. Die FX sind in ihrer Qualität sehr sauber ausgefallen, im Verlauf ist das jedoch zu wenig, um den Genrefreund ernsthaft zu begeistern. Im Zuge dessen hält sich das Mitfiebern mit den Opfern arg in Grenzen, spannende Konfrontationen sind Mangelware und auch für den Showdown hat man sich kaum etwas Innovatives einfallen lassen, auch wenn der Schlagabtausch zwischen Gut und Böse final etwas flüssiger abläuft.

Dabei stellt sich die fade Kulisse der Anstalt als nicht unerheblicher Schwachpunkt heraus, denn die kann zu keiner Zeit für eine ansprechende Atmosphäre sorgen. Es wird an Requisiten gespart und kaum ein Raum erhält eine markante Ausstattung, außerhalb dieser Räumlichkeiten bewegt man sich leider nicht.
Auch darstellerisch vermag niemand so recht zu überzeugen, selbst ein routinierter Tobin Bell spult schlicht sein Programm ab ohne mit auffälligen Nuancen zu glänzen.

Und somit begegnet einem ein äußerst dröger, vor allem tierisch austauschbarer Slasher, der in einer Masse derer, die ebenfalls innerhalb einer Klinik spielen, komplett untergeht.
Zwei, drei Nacktszenen, ein Killer der immer wieder aufsteht und ein paar gelungene Gewaltszenen reichen definitiv nicht aus, um diesen Beitrag an Genrefans weiter empfehlen zu lassen.
Knapp
4 von 10

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