Der erste "Boogeyman" war noch ein fieser CGI-Möpp, der zweite kommt nun als Fleisch-und-Blut-Version daher, obwohl uns natürlich alles an "Boogeyman 2" glauben machen möchte, es wäre eben nicht so - da können die guten Phobiker noch so furchtsam vor dunklen Korridoren und finsteren Wandschränken herumzuppeln.
Nichts ist mehr so, wie es mehr war, allerhöchstens die Angst vor der Dunkelheit, seit dem Doppelmord an Laura und Henrys Eltern vor einem Jahrzehnt, den ein finsterer Kapuzentyp im Flackerlicht begangen hat, weswegen die beiden einen recht unruhigen Nachtschlaf haben. Jetzt sind sie volljährig und Henry erfreulicherweise dank einer Therapie in der enorm abgelegenen und ziemlich isolierten Psychoklinik von Tobin "Jigsaw" Bell so gut geheilt, daß er gleich die Fliege aus dem Phobikerduo machen will. Notgedrungen checkt Laura auch in die Gruppentherapie von Jugendlichen ein, die einen netten Querschnitt durch alle typischen Angstzustände aufbieten, um sich als agiler Bodycount anzubieten.
Was als finsterer Thriller beginnt, mutiert spätestens angesichts der grauen Klinikwände ( die jedem Phobiker eine neue dazuschenken würden) zum Malen-nach-Zahlen-Slasher, in dem alle Unbeteiligten ihren eigenen Ängsten zum Opfer fallen müssen. Warum? Weils nun mal gut ankommt im Königreich der Horrorfans, die Motivation ist da zweitrangig.
Wer mit einigermaßem geschultem Auge durchs Leben läuft, begreift binnen einer Viertelstunde, daß hier ganz menschlich gemeuchelt wird und eine Handvoll Leutchen darf sich gepflegt verdächtig machen: der etwas verschweigende Patient; die Ärztin, bei der Schizophrenie in der Familie liegt; Tobin Bell, weil er aussieht wie der Typ aus "Saw" und nicht zuletzt Henry, den wir zwar am Telefon außerhalb der Klinik sehen, jedoch ohne einen Beweis, daß er wirklich nach Kalifornien abgedüst ist.
Den überwiegenden Teil des Films jagen wir nun Teenager durch die Klinik und ergehen uns in heftigst blutigen Details, die man manchmal etwas bemüht in Zusammenhang zu den Angstzuständen stellen muß, aber der Gore-Faktor macht ja viele Schwächen wett, zumindest für Genrefans.
Mag das Skript auch ausgelutscht sein, die Atmosphäre stimmt meistens, die Besatzung so einer Psychostation mit einer Nachtschwester wirkt dann aber etwas risikobewußt und nervig sind die Kids bisweilen natürlich zudem - und kaum eine Patientin mit selbstverletzendem Verhalten sägt sich zwischendurch mit der Schere gleich den kompletten Oberschenkel auf, aber es schaut halt grell aus.
Also alles beim Alten, inclusive der Auflösung (für Scheintote vielleicht noch überraschend) und einem aufgesetzten Schlußgag, der auf eine Fortsetzung hindeutet, die dann doch nicht zustande kam. Für Freaks brauchbares Fertigfutter, ohne allzu grobe Schnitzer, für alle übrigen leider nur Fließbandware mit netten Ansätzen und einigen Härten, aber aufgrund der allgegenwärtigen Offensichtlichkeit nur bedingt befriedigend. 4/10