D´Leh lebt in einem steinzeitlichen Volksstamm, dessen Existenz bedroht ist. Er ist der Auserwählte, der die junge Evolet heiraten und die Zukunft des Stammes sichern soll. Doch dann kommen Krieger von außerhalb, die einen Teil des Stammes inklusive Evolet entführen und versklaven. D`Leh, der dies verhindern will, macht sich mit einer Hand voll Krieger auf den Weg, kann aber immer mehr Völker für sich gewinnen und eine ganze Streitmacht für den Krieg aufbieten.
Gut, spätestens seit "The Day after Tomorrow", "Independence Day" und "Godzilla" hat Roland Emmerich bewiesen, dass er nicht gerade zu den größten Geschichten-Erzählern gehört und auch mit überaus flachen Storys hervorragende Blockbuster liefern kann. Umso höher wahren die Erwartungen an den 150 Millionen Dollar teuren Steinzeit-Epos, dessen Trailer wirklich viel versprachen. Leider beweist Emmerich mit seiner Story einmal mehr, dass er lediglich für niveauloses Popcorn-Kino zu gebrauchen ist, enttäuscht darüber hinaus aber auch in Hinsicht auf den Unterhaltungswert und liefert den wohl schlechtesten Film seiner Karriere ab. Aber von vorn:
Die Story ist ein Desaster. Die Begriffe Charakterkonstruktion und vielschichtige Handlung sind Emmerich ja sowieso Fremdbegriffe, weswegen man in dieser Hinsicht nicht sonderlich viel erwarten kann. Doch während er in seinen anderen Filmen wenigstens noch die eine oder andere Nebenhandlung oder wenigstens ein paar überraschende Wendungen einbauen konnte, liefert er diesmal ein langweiliges, vorhersehbares und flaches Steinzeit-Märchen, das linear und höhepunktslos auf das mäßige Finale zuläuft. Dass jeder Wissenschaftler bei diesem Film den Kopf schütteln würde ist ebenfalls klar, da Emmerich sich nicht so wirklich an historische Fakten hält (Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass doch noch Dinosaurier oder Aliens auftauchen, oder, dass die Höhlenmenschen mit Handys telefonieren). Außerdem läuft die gesamte Handlung unglaublich reibungslos auf das Ende zu, sodass der Film zu keinem Zeitpunkt spannend werden kann und zu allem Überfluss wird er auch noch durch die dämlichen Monologe des allwissenden Erzählers ausgebremst. Verglichen mit dieser Story sind selbst "Transformers", "Spider-Man" und "Fluch der Karibik" Juwelen des Films.
Emmerich hat des Öfteren bewiesen, dass er auch aus den substanzlosesten Storys im Endeffekt doch noch einen gelungenen Film formen kann, steht aber mit diesem Desaster von einem Drehbuch vor einer schwierigen Aufgabe, die er jedoch nicht meistern kann. Mit einem Budget von 150 Millionen Dollar und einem dermaßen erfahrenen und bekannten Regisseur, der neben Michael Bay in den 90ern die besten Action- und Sci-fi-Projekte in Szene setzte, kann man eigentlich einen Film erwarten, der die meisten Blockbuster der heutigen Zeit übertrifft, oder zumindest mit diesen gleichzieht. Aber verglichen mit ähnlich teuren Projekten kann "10.000 B.C." nicht einmal ansatzweise mithalten. Die Filmmusik ist zwar ordentlich und kann den Zuschauer stellenweise doch noch ein bisschen mitreißen, ist aber verglichen mit anderen monumentalen Werken wie "Herr der Ringe" oder "Last Samurai" weit unterlegen. Die Kulisse der afrikanischen Berge, der Wüste und des Regenwaldes mag zwar hervorragend sein, aber Emmerich findet weder die richtigen Perspektiven, noch die richtigen Töne, um diese zur Geltung zu bringen. Bevor ich falsch verstanden werde: die Kulisse bietet einiges, aber wenn man auch hier wieder mit den benannten Filmen vergleicht, sieht es einmal mehr schlecht aus.
Nicht einmal die teuren Effekte können beeindrucken. Sie bieten optisch einiges, liegen aber meilenweit hinter "Transformers", "Spider-Man 3" oder "Fluch der Karibik 3" zurück. Zu allem Überfluss sind sie sehr spärlich dosiert, immer wenn der Film durch gute Action in Fahrt kommt, ist sie auch schon wieder vorbei und auch die Nahkampfszenen und die Schlachten der Höhlenmenschen können kaum beeindrucken. Ich frage mich, wohin das hohe Budget geflossen ist, denn dem Film merkt man es definitiv nicht an. Emmerich behauptete im vorhinein, die Tiere seien realistisch und aufwendig animiert, doch wenn man diese mit den animierten Figuren und Kreaturen in "Herr der Ringe", "Evan allmächtig" oder "Der goldene Kompass" vergleicht, hat der Film auch hier das Nachsehen. Nicht einmal den 15 Jahre alten "Jurassic Park" kann Emmerich das Wasser reichen. Als wenn das alles nicht schon genug wäre, hält Emmerich das Erzähltempo auch noch so niedrig, dass sich der Film zäh wie Gummi in die Länge zieht. Und auch die Maske leistet schlechte Arbeit. Während andere Blockbuster durch ihre gute Maske beeindrucken können, wirkt diese in "10.000 B.C." so lächerlich, dass der Film zum Ende hin in einer ungewollt amüsanten Freak-Show ausartet. Trotz dieser offensichtlichen Defizite nimmt der Film sich selbst auch noch furchtbar ernst und zeigt nicht einmal einen Ansatz von Eigenironie. Statt einem Epos gelingt Emmerich ein schwacher Steinzeit-Film, der genauso gut ein billiges B-Movie sein könnte.
Dabei startet "10.000 B.C." eigentlich vielversprechend. Unser Held D`leh will seine große Liebe heiraten, muss aber erst einmal ein Mammut erlegen, um Stammesführer zu werden. Es folgt eine wilde Hetzjagd auf das verängstigte Tier, die den Zuschauer erst einmal auf Popcorn-Kino der Extraklasse einstimmt. Doch dann setzt die Handlung ein und der Film kippt mehr und mehr ab und beginnt mit der Zeit zu langweilen, bis auch die letzte Hoffnung, dass der verkorkste Streifen doch noch die Kurve bekommt im Zuschauer erlischt. Im Mittelteil gibt es vielleicht 2 kleinere Action-Sequenzen, die das Desaster überhaupt nicht mehr abwenden können. Das Finale ist dann einigermaßen solide gemacht und ist zumindest mäßig unterhaltsam, auch wenn Emmerich nicht die gewaltigen und monumentalen Bilder liefern kann, die man sich die ganze Zeit über erhofft hat. Der ganze Film ist im Endeffekt nicht mehr als ein billiges und langweiliges Steinzeit-Märchen, dass höchstens in den 80er noch jemanden vom Hocker hätte reißen können. Meine Empfehlung: Macht nicht den gleichen Fehler wie ich, seht euch die Trailer an und denkt euch einfach den Rest!
Erst einmal begrüße ich die Entscheidung von Emmerich, den Film mit unbekannten Darstellern zu besetzten, da allzu bekannte Hollywood-Stars verkleidet als Höhlenmenschen den Film wohl noch unauthentischer hätten wirken lassen. Aber wenn man sich schon eine Truppe zweitklassiger Darsteller zusammenstellt, sollte man doch wenigstens welche aussuchen, die etwas auf dem Kasten haben. Steven Strait (D`leh) rechtfertigt in seiner ersten größeren Rolle, dass er wohl besser nie wieder eine solche bekommen sollte. Seine Mimik ist schlecht und sein Spiel kann zu keinem Zeitpunkt überzeugen. Am schlimmsten ist es, wenn er am Ende um den scheinbaren Tod seiner Angebeteten trauern soll und dabei absolut desolate Arbeit leistet. Camilla Belle (Evolet) hat in diesem Film rein gar nichts zu suchen. Unter hässlichen Urzeit-Menschen und seltsam bemalten Kriegern versucht die Schönheit durch einen tiefen Ausschnitt und ihre strahlend blauen, grenzdebil dreinblickenden Augen zu beeindrucken, wirkt aber letztlich auch nur unauthentisch und lachhaft. Mit Cliff Curtis konnte Emmerich dann wenigstens einen einzigen soliden Darsteller verpflichten, der sich nach "Sunshine" und "Stirb langsam 4.0" in der Rolle von D`Lehs Begleiter präsentiert, aber auch er sieht mit seinen Raster-Locken und seinem Fell nur wie ein dämlicher Freak aus und ist auch schauspielerisch ein Schatten seiner selbst.
Fazit:
Wo zum Teufel ist das Budget von 150 Millionen Dollar eigentlich hingeflossen? Die Effekte können es nicht sein, denn die sind eher mittelmäßig und darüber hinaus nicht sonderlich zahlreich, die unbekannten Darsteller könnens auch nicht sein und Emmerich selbst sollte für seine Arbeit eher noch eine Strafe zahlen, als Geld zu bekommen. Im Endeffekt wird "10.000 B.C." keinem seiner Ansprüche gerecht. Er macht als Dokumentation nicht sonderlich viel her, da nicht einmal ansatzweise auf irgendwelchen Fakten basiert und durch das langsame Tempo, die mäßigen Effekte, die schwachen Darsteller und die ansonsten ebenfalls verkorkste Umsetzung kann der Film nicht einmal sonderlich gut unterhalten. Am besten erst gar nicht ansehen, es lohnt sich nicht.