Hitman - Jeder stirbt alleine und ist - wie so viele Computer- und Konsolenspieleumsetzungen - unter verschiedenen Gesichtspunkten zu betrachten: 1. aus der Sicht von Spielern, 2. aus der Sicht des Publikums, die die Spiele nicht kennen.
Spieler werden sich mit vielen Abweichungen bez. Charakter und Vorgehensweise von 47 (T.Olyphant) auseinander setzen müssen. 47 ist nicht wie in der Hitman-Reihe auf PC und Konsole der genmanipulierte Klon von dem perfekten Killer, sondern ein Weise, der in ein spezielles Training aufgenommen wird um zu der Killerelite des CIA zu werden.
Der harte, meist schweigsame Killer, der ohne mit der Wimper zu zucken auch Unschuldige zur Strecke bringt um sein Ziel zu verfolgen, muss einem nachdenklicheren Mann weichen, der zwar immernoch kühl und berechnend denkt und (teilweise) vorgeht, sich sonst aber emotionaler als in den Spielen zeigt. Statt cleveren Methoden, die Zielpersonen auszuschalten, richtet 47 in diesem Film ein wahres Blutbad an, sei es durch explodierende Menschen oder durch Schießereien. 47 benutzt viel zu selten stille Waffen und setzt im Film auf Knallen der (meist beidhändig) verwendeten, nicht schallgedämpften Waffen wie z.B. Maschinengewehre oder die bekannten Ballers.
Einen "Partner" bekommt 47 auch in der Gestalt von einer russischen Prostituierten, die anfangs nur für Informationen nützlich ist, später aber Gefühle in 47 weckt. In anbetracht der Spiele wirkt das nur lächerlich. Allein weil er durch sie Zeugen am Leben lässt und sich mäßigt.
Die Geschichte des Hitman ist manchmal ohne Vorkenntnisse vermutlich etwas verwirrend, v.a. weil die Geschichte hinter dem Hitman sehr knapp zusammengefasst wird und es gleich in die Action geht. Es fehlen jegliche Erklärungen für die anderen Killer, die 47 ähnlich sehen und nach aussen wirkt 47 irgendwie nicht Stimmig. Die Story hat zwar seine Twists, die für die eine oder andere interessante Wendung sorgen aber meist etwas zu vorhersehbar sind. Die Beziehung zwischen der Prostiutierten und 47 ist ein tragendes Element des Films, wird aber gegen Ende des Films lästig, da der Kitsch Überhand nimmt.
Die Action ist wirklich sehr spektakulär in Szene gesetzt: Shootouts sind hart und blutig, die Waffen dröhnen und nicht selten hat man das Gefühl, mitten in einem Kriegsgebiet gelandet zu sein. Wie schon öfters erwähnt wurde, hat man sich hierbei an John Woo orientiert, bei dem es vor allem auf artistische Action ankommt und damit hat man eine sehr gute Choreographie geschaffen, die die Shootouts klasse aussehen lässt.
Im Großen und Ganzen ein ordentlicher Action-Streifen, der vor allem durch seine Shootouts überzeugt, Storytechnisch solide daherkommt aber Spielern ein Augenrollen nach dem anderen beschert, vor allem in der Kitschszenerie der Liebesgeschichte, die keine sein will.