Wohl eher „Experiment in filmmaking“, wenn man die geballte Ladung Unvermögen betrachtet, mit der das Team rund um Regieneuling Sean MacArthur heran gegangen ist.
Vielleicht könnte man das Werk mit viel Wohlwollen auch als „„Hostel“ kommt zur Zeit gut, ich mache auch so was“ - Beitrag einstufen, sofern man denn bereit ist, verwackelte Bilder von schwachen Darstellern in lausiger FX zu sehen.
Im Groben geht es darum, dass sich sechs Stripperinnen auf ein scheinbar lukratives Angebot einlassen, um an einem Wochenende in einem abgelegenen Haus für voyeuristische Zwecke von den installierten Kameras gefilmt zu werden.
Doch rasch stellt sich heraus, dass der Gastgeber ausschließlich daran interessiert ist, diverse Folterwerkzeuge an den Schönheiten auszutesten.
Das mit den Schönheiten ist auch das einzig Positive an der ganzen Sache, denn die Damen sehen größtenteils recht ansehnlich aus und sind, vor allem im ersten Drittel, längere Zeit nur leicht bekleidet zu beobachten, da sie schließlich im Strip-Club arbeiten.
Nur leider hält man sich in diesem viel zu lange auf, zeigt die Girlies bei ihren Tätigkeiten, ihr Gefasel hinter der Bühne, dazwischen schmachtende Kerle und ein kurzer Mord an zwei Typen, damit man schon man weiß, dass es nicht beim langweiligen Blankziehen bleiben wird.
Eine potentielle Heldin lässt sich indes nicht so recht ausmachen, die mit etwas mehr Screentime und die eine, die ihren besorgten Bruder vor Antritt des Wochenendtrips zurücklässt vielleicht, Namen werden ohnehin kaum genannt.
So freuen sich die Tussen zunächst über den netten Empfang eines auffällig freundlich zurückhaltenden Darrius, drehen eine Runde mit dem Motorboot am angrenzenden See, spielen „Wahrheit oder Pflicht“ und legen in Feierlaune („Lord of the strings“) Tarotkarten.
Aber auf anstehende Folterszenen deutet nach wie vor kaum etwas hin.
Erst als eine Betrunkene auf dem Klo mit ihrer Pussy spricht und ihr anschließend ein Bein gebrochen wird, kommt ein wenig Bewegung ins Spiel. Nach und nach fallen einige Damen kleinen Folteranwendungen zum Opfer, während sich der oben erwähnte Bruder mit dem äußerst dubiosen Türsteher des Strip-Clubs aufmacht, um dem Befinden der Ladies nachzugehen.
Zwar ist das Erzähltempo angemessen, doch mit der Umsetzung hapert es in allen Belangen.
Das beginnt mit der Wackelkamera, die permanent unfähig ist, auch mal ruhige Einstellungen zu liefern. Die zittert vom Innern eines Autos auf die Fahrbahn genauso, wie beim gemächlichen Passieren zweier Personen über die Straße. Noch unruhiger werden die Aufnahmen, sobald körperliche Konfrontationen, Weglaufen oder Rangeleien festgehalten werden. Das Gewackel wird teilweise so heftig, dass selbst der Autofokus nur verschwommene Bilder übrig lässt.
Zudem will man uns bei strahlendem Sonnenschein aufgenommene Momente doch tatsächlich als nächtliches Geschehen verkaufen, indem man schlicht einen fetten Blaufilter drüber legt.
Doch damit nicht genug, denn die Stärke einiger Amateurproduktionen liegt bekanntlich oft in der deutlichen Darstellung von Gewaltszenen, doch auch hier versagt die Umsetzung.
Ganz klar ist jede körperliche Verletzung, jede Deformation als Latexgemansche auszumachen, egal, ob es sich dabei um Hautverätzungen, einen Schnitt im Arm, einen offenen Schienbeinbruch oder diverse Kehlenschnitte handelt. Zwar nimmt der Anteil an Gewaltszenen im letzten Drittel ordentlich zu, doch bei der minderen Qualität solcher tut nicht einmal das Eindreschen mit einem Hammer auf Beine weh, da man davon ohnehin kaum etwas deutlich wahrnehmen kann.
Wirklich scharfe Bilder bekommt man so oder so kaum geliefert, denn auch mit der entsprechenden Ausleuchtung klappt das nie so richtig.
Was bleibt, sind dumme, improvisiert wirkende Dialoge, Frauen an Ketten, ein Killer, der sich die Schönlingsmaske vom Gesicht zieht und übelstes Make-Up offen legt und ein schwacher, viel zu schnörkelloser Showdown, der jegliche aufkommende Spannung im Keim erstickt.
Auch wenn der Titel so etwas wie „Guinea Pig Reloaded“ versprechen mag, ein Folterfilm zum Mitzittern ist dieser ganz gewiss nicht.
2 von 10