Mit "Der Nebel" hat uns Frank Darabont schlicht und ergreifend, mal wieder, eine phantastische King-Verfilmung präsentiert. Und phantastisch gehts auch in der Handlung zu,
"Der Nebel ist überall, wir können nicht auf die Straße!"
David und sein Sohn wollen eigentlich nach einem schweren Unwetter nur schnell ein paar Lebensmittel einkaufen und das zerstörte Fenster im ersten Stockwerk erneuern, aber kaum sind sie im Lebensmittelmarkt ihres Vertrauens, ist es auch schon geschehen: Ein undurchdringlicher Nebel hat alles außerhalb eingehüllt und erste Versuche nach draußen zu kommen werden von monsterhaften Krakenfangarmen und anderem, definitiv bislang auf der Erde unbekanntem Viehzeugs verhindert.
Wie bei allen guten Belagerungssituationen gibt es auch Konfliktpotential innerhalb der Gruppe, hier ist es eine fanatische Gläubige, die den Nebel als eine Art jüngstes Gericht betrachtet. Die Lage spitzt sich weiter zu.
So in groben Zügen die Handlung, bei der viele Figuren und Gemeinschaftssituationen genrekundigen Freunden des fantastischen Films geläufig sein dürften. Darabont schafft es mühelos das dem Zuschauer die Figuren schon nach wenigen Minuten ans Herz wachsen. Oder eben auch nicht. Marcia Gay Harden schafft es als bibeltreue und Gottes angebliche Wünsche über Alles stellende Frau von Minute zu Minute mehr Hass beim Zuschauer zu schüren. Die interne Spannung steigert sich proportional mit der anschwellenden Bedrohung durch immer neue, monströsere Kreaturen die durch die grauen Nebelschwaden ziehen.
"Daddy, bitte versprich mir das die Monster mich nicht kriegen."
Selten habe ich in einem Kino, außerhalb von Filmfesten, die Zuschauer so mit den Charakteren mitfiebern und hoffen gesehen. Die so erschreckend verrückte wie realistische Gruppendynamik des Schreckens, die hier präsentiert wird, ließ nach einer Zeit die Leute sogar aufatmen, wenn es mal wieder zu einer Monsterattacke kam. "Das ist zwar erschreckend fremdartig und bedrohlich, aber wenigstens nur irgendwelche Kreaturen." Die wirklichen Monster brauchen hier kein merkwürdiges Aussehen oder Nebel der sie tarnt. Die schrecklichsten Taten werden immer noch vom Menschen selbst begangen.
Das Kino ging soweit, dass Ende, eines der gehassten Fanatikern, mit lautstarkem Klatschen zu bejubeln.
Wenn so etwas schon innerhalb von knapp zwei Kinostunden möglich ist, wie erschreckend real sind dann erst die Umstände wie sie im Film gezeigt werden?
Am Ende wird der Zuschauer wieder einmal mit der erschreckenden Erkenntnis zurückgelassen, zu was Menschen in Extremsituationen fähig sind.
Auch wenn das wahrscheinlich in unserer Welt schon zum Allgemeinwissen gehört, aber so erschreckend real und drastisch wurde es im Horrorgenre bislang selten gezeigt.
Wie gesagt, man freut sich schon fast wenn man böse, fremdartige Kreaturen sieht, denn dann weiß man wenigstens sofort mit was man es zu tun hat,