"Da ist etwas im Nebel!", ruft der alte Mr. Miller keuchend und stürmt in den Supermarkt "Food House", während ihm Blut aus der Nase strömt. Ja, da ist tatsächlich etwas und dieses hat wahrlich nichts Gutes im Sinn...
David Drayton (Tom Jane), ein bekannter Künstler wollte nur eine kurze Besorgung mi seinem Sohn (Nathan Gamble) tätigen, doch diese sollte wohl zu einem niemals endenden Horror-Trip auf den Spuren von H.P. Lovecraft werden. Kaum im "Food House" angekommen, wird die Kleinstadt vom Nebel verschluckt, die Kunden verbarikadieren sich im Supermarkt und hoffen darauf, dass die seltsame Naturlaune verschwindet - doch sie tut es nicht. Ganz im Gegenteil, sie birgt Schreie, verschlingt Menschen und spuckt Grauenvolles wieder aus und dieses begehrt nach Einlass in das "Food House". David und sein Sohn Billy, voller Furcht vor dem was draußen lauert, versuchen die Situation so gut es geht zu meistern, doch bald droht die nächste Gefahr und diese wird von der religionsfanatischen Mrs. Carmody und dem Mob, den sie um sich schart, herauf beschworen. Die Grenzen zwischen Vernunft und Panik verschwimmen und rufen die nackten Urinstinkte hervor. Doch David versucht alles um Billy zu schützen und sein Versprechen, ihn nicht den Ungeheuern zu überlassen, einzuhalten und so bleibt nur eine Wahl um zu überleben: Flucht, denn der religiöse Mob will den Jungen opfern. Aber ob dies wirklich die richtige Entscheidung für die Hauptcharaktere war? Das Auto erreicht die verängstigte Gruppe zwar noch und es scheint als gäbe es wirklich Hoffnung, doch die letzten Minuten des Films sind so abgrundtief böse und aussichtslos, wie nur selten gesehen. Wenn man denkt es wird nicht schlimmer, setzt dieser Film noch eins drauf...
Tom Janes Rolle in "Der Nebel" ist ein wahrlicher Genuss. Er verkörpert David, den besorgten Vater und Künstler so überzeugend, dass man glaubt man könnte ihn so auf der Straße antreffen. Seine Gefühle, zwischen Verzweiflung und Mut, bringt er gekonnt rüber und das alles ohne übertrieben zu wirken. Auch Nathan Gamble, sein Film-Sohn Billy, macht sich in seiner Rolle ausgezeichnet. Man möchte den Kleinen am Liebsten in die Arme schließen um ihn vor dem Grauen zu bewahren. Durchaus möglich, dass sich hier so manch einer in den beiden wieder erkennt. Doch auch die Nebendarsteller sind nicht von schlechten Eltern. Sie wirken geschickt in dem ganzen Geschehen mit und machen den Film erst zu dem was er ist. Besonders Mr. Carmody (Marcia Gay Harden) macht sich den Zuschauern gegenüber so realistisch unsympatisch, dass es schon fast wieder charmant wirkt.
"Der Nebel" arbeitet so gut wie mit keinem Soundtrack. Ab und zu ertönt ein Lied, das die Endzeit-Stimmung im Film passend unterstreicht, doch die Filmmusik, wie man sie in den großen Blockbustern antrifft, ist hier nicht vorhanden. Und ganz ehrlich: Es stört auch nicht im Geringsten, denn der Zuschauer ist mehr mit seiner eigenen Anspannung beschäftigt, als mit irgendwelchem Soundtrack.
Fazit: "Der Nebel" ist ein wirklich gelungener Film und es dauert bis man Vergleichbares zu sehen bekommt. Die Einflüsse von H.P. Lovecraft machen aus ihm ein nervenzerfetzendes Zusammenspiel, welches den Zuschauer geschockt und nachdenklich im Sessel zurück lässt. Hier wurde wirklich ganze Arbeit geleistet - 10 Punkte!