Stephen-King-Verfilmungen sind immer ein Wagnis. Selten gelang es, die spannende Vorlage des Horror-Meisters ebenso genial auf die Leinwand zu übertragen.
Auch "Der Nebel" ist kein rundum geglücktes Unterfangen; trotz Regisseur Frank Darabont, der mit "The Green Mile" und "Die Verurteilten" schon richtig gute King-Adaptionen abgeliefert hat.
Eine kleine Stadt an der Küste von Maine wird plötzlich von einem unheimlichen Nebel verhüllt, in dem mörderische Kreaturen hausen. Der örtliche Supermarkt bietet die einzige Zuflucht. Als es mehrere Tote gibt, gewinnt eine religiöse Fanatikerin das Vertrauen der Menschen, was die angespannte Situation deutlich verschärft ...
Nach spannendem Auftakt hat "Der Nebel" leider mit vielen Schwächen zu kämpfen. Nicht ohne Grund ist die Vorlage von King eine Kurzgeschichte. Frank Darabont, der auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, hat den Film auf Überlänge abgestellt und damit etliche luftleere Passagen eingebaut, die das Tempo drosseln. Zudem nervt das Geschwafel der religiösen Tussi, obwohl es wohl eher für eine unheimliche und bedrohliche Stimmung sorgen soll. Den letzten großen Minuspunkt verbuchen die Effekte, deren Rechnerherkunft nur allzu deutlich ist.
Wenn jedoch die Monster angreifen zeigt Darabont, wie aufregend sein "Nebel" hätte sein können, wenn er parallel zwanzig Minuten Gelaber gestrichen hätte. Die Actionszenen sind nämlich mitreißend inszeniert. Dabei wurde auch der Gorefaktor nicht außen vor gelassen. Das einzige Manko sind hier - wie oben erwähnt - die teils wirklich schlechten CGI; weshalb die mittlerweile verfügbare Schwarz-weiß-Fassung Sinn macht. Denn da fallen die miesen Tricks weniger auf und viele Bilder wirken noch atmosphärischer.
Dass "Der Nebel" zum Schluss hin richtig Boden gut machen kann, verdankt er seinem Hollywood-untypischen "Happy-End" (wenn man es denn so bezeichnen will), welches den Zuschauer sprachlos zurücklässt.
Schauspielerisch hat man mit Thomas Jane einen actionerprobten Helden, der hier auch in den dramatischen Momenten zu überzeugen weiß. Ihm zur Seite stehen bekannte Gesichter wie Frances Sternhagen und Andre Braugher, die bereits in anderen King-Adaptionen zu sehen waren.
Fazit:
Ein bisschen kürzer, bessere Effekte und weniger fanatisches Geplapper und "Der Nebel" wäre richtig gut. Auch wenn hier viele Möglichkeiten nicht genutzt wurden, gehört dieser auf Zelluloid gebannte "King" auf jeden Fall zu den Besseren. 7/10 Punkten.