Review

Der Film dreht sich um einen eigenartigen Nebel, welcher ein verschlafenes Städtchen einhüllt und die Menschen, wenn sie sich nicht gerade in einem Supermarkt verstecken, mit Wesen aus einer anderen Dimension konfrontiert - und die haben tüchtig Kohldampf!

Es ist eine Kurzgeschichten-Verfilmung aus dem breiten Novella-to-Movie Universum des Stephen King, doch kann sie auch in den Olymp dieses längst zum Subgenre mutierten Kommerz-Wahnsinns aufsteigen, zu Kollegen wie "Es", "Shining", "Die Verurteilten" oder auch "Mangler"(kein Scherz, die unrated Fassung ist einfach toll...)?

Das Ganze ist extrem hoch budgetiert, der Regisseur zwar nicht Horror-erprobt, aber ein ganz alter Hase im Mainstream, die Werbemaschen funktionieren auch bestens, also kann wohl nichts schiefgehen, oder?

Nun ja, das ganze ist zwiespältig geworden. Die Handlung is ein triviales Monster-Trashmovie, doch der Regiesseur schien damit nicht zufreden gewesen zu sein und macht so eine Art billigen Sozial-Problemfilm daraus.

Der Held ist ein fürchterlich fehlbesetzter Familienvati, ein bildschöner Kerl, erfolgreich, ausgeglichen, superwitzig, mit bestem Verhältnis zu seinem Jungen und immer fest dabei, moralisch korrekte Entscheidungen zu treffen. Das gibt schonmal dicke Punktabzug!

Der Kerl gerät in den Supermarkt, der vom Nebel heimgesucht wird und während die Effekte und Kreaturen wirklich toll und liebevoll gestaltet wurden, auch ohne Angst davor, dass das Design für heutige Kids vielleicht zu trashig sein könnten, kann man ähnliches von der Charakterentwicklung nicht behaupten. Obwohl der Streifen mit über zwei Stunden gute zwanzig Minuten zu lange für einen Trivialfilm ist, sind die Figuren ziemlich unglaubwürdig und, naja, sprunghaft. Wenn sie ihre Gesinnung ändern, dann von jetzt auf gleich. Erst sind alle noch übervernünftig und belachen diie religiöse Sektentussi, doch sobald der erste Monsterangriff stattgefunden hat, werden allesamt zu gnadenlosen Kindermördern mit Begeisterung. Gerade hiier hat Darabount viel zu lange und oft seinen Schwerpunkt auf die Religionskritik, während sich der Horrorfan langweilt und sich fragt, weshalb er nicht mehr von den phantastischen Monsterkreationen zu sehen bekommt.

Der Höhepunkt des Streifens, der angenehm an Trashklassiker wie "Ticks" erinnert, ist dann der Besuch in der Apotheke, wo eine Gruppe an Mutigen auf ... nein, ich verrate es nicht... trifft, wirklich super.

Das Finale dagegen widerum ist etwas misslungen. Hier wollte Darabount wohl mal ganz was anderes machen und schuf einen absurd deprimierenden Schlusspunkt, der nicht einmal ansatzweise zu dem (wie erwähnt bereits deutlich zu langem) Film passt. Diese Nummer macht den Zuschauer sowas von down, dass man den Film garantiert kein zweites Mal sehen will. So sehr ich honoriere, dass ein Regisseur mal etwas anderes drehen wollte, doch es sollte doch klar sein, dass das in ein simples Monstermovie so gar nicht passt.

Fazit: Einmal angucken, die geilen Effekte genießen und das Ende, naja, das muss man auch einmal gesehen haben.

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