Michael Douglas spielt einen Psychologen, der mit der verstörten Brittany Murphy eine äußerst schwierige Patientin hat. Kurz vor Thanksgiving wird seine kleine Tochter entführt und der Entführer, gespielt von Sean Bean, verlangt, dass er eine bestimmte Nummer aus Murphy herauskitzelt. Die Aufgabe erweist sich als äußerst schwierig, sodass Douglas gezwungen ist, zusammen mit seiner Patientin aus der Psychiatrie zu fliehen. Außerdem muss er zu allem Überfluss feststellen, dass die Entführer auch die Freundin seines Kollegen Oliver Platt gekidnappt haben.
Die Story weist einige offensichtliche Mängel auf. Vor allem die Unglaubwürdigkeit dieses Thrillers, der sich selbst zu ernst nimmt, ist sehr hoch, sodass der Film keine richtige Spannung aufbauen kann. Auch die Charakterkonstrukion entspricht komplett dem Klischee, so ist Douglas natürlich ein liebender Vater und Ehemann ohne Ecken und Kanten und Sean Bean ist natürlich durch und durch böse und ein sadistischer Fiesling. Neben der Charakterkonstruktion ist leider auch die Handlung nach dem gängigen Muster gestrickt. Der gesamte Plot von "Sag` kein Wort" besteht aus einer 0815-Entführungsgeschichte, wie man sie bereits aus dutzenden anderen Thrillern kennt und aus einem durchschnittlichen und unglaubwürdigen Psycho-Thriller. Das Ganze ergibt dann eine höchstens mittelmäßige Mischung nach gängigen Mustern.
Die Hintergrundmusik kann aufgrund ihres hohen Tempos vor allem die relativ spannenden Szenen gut unterlegen. Außerdem gelingt es Regisseur Gary Fleder, das Tempo die ganze Zeit über hoch zu halten, sodass die schwache Handlung nicht auf der Stelle tritt und wenigstens schnell und unterhaltsam erzählt wird. Action-Szenen gibt es kaum, bis auf ein paar kleinere beim Finale. Nachdem er mit "Denn zum küssen sind sie da" bereits einen guten Thriller in Szene setzen konnte, leistet Regisseur Gary Fleder erneut routinierte Arbeit. Stellenweise hätte er vielleicht ein bisschen mehr aus dem Film herausholen können, doch im Großen und Ganzen wird er seinen Erwartungen gerecht. Was ihm besonders gut gelingt sind die Gespräche zwischen Michael Douglas und Brittany Murphy, die eine gewisse psychische Spannung aufbauen können. Vor allem durch diese Dialoge und durch das schnelle Tempo kann er die meiste Zeit über eine gespannte Atmosphäre halten.
Der Unterhaltungswert ist solide. Der Film läuft schnell an und entwickelt durch sein hohes Tempo im Mittelteil einen soliden Unterhaltungswert. Leider kann er aufgrund seiner unglaubwürdigen Handlung und seiner hohen Vorhersehbarkeit zu keinem Zeitpunkt Spannung aufbauen und bietet darüber hinaus kaum Überraschungen. Das Finale ist sehr schwach. Es zieht sich ewig in die Länge und kann überhaupt nicht schockieren, da der Zuschauer sowieso weiß, was als nächstes passiert. Alles in allem ist der Unterhaltungswert solide. "Sag` kein Wort" ist ein typischer Thriller für zwischendurch, er unterhält einigermaßen, bietet aber nichts darüber hinaus und ist schnell vergessen.
Michael Douglas darf mal wieder einen Mann der gehobenen Schicht spielen und leistet routinierte Arbeit. Er wirkt ein wenig gelangweilt und kann bei weitem nicht an seine Leistungen in "The Game" oder "Traffic" anknüpfen. Da sein Charakter aber sowieso keine Tiefe hat, ist diese Leistung auf jeden Fall ausreichend. Brittany Murphy spielt die Rolle des verstörten Mädchens hervorragend und trägt damit zur gepannten Atmosphäre bei. Ohne diese Leistung wäre der Film ins untere Mittelmaß abgerutscht. Sean Bean kommt mit der Rolle des klischeehaften Bösewichts einmal mehr hervorragend zu Recht und zeigt sich einmal mehr erbarmungslos und brutal. Die übrigen Nebendarsteller, allen voran Oliver Platt liefern ebenfalls solide Leistungen ab.
Fazit:
Die Story ist nach gängigen Mustern gestrickt und liefert kaum neue Ideen. Durch die daraus resultierende hohe Vorhersehbarkeit kann der Film überhaupt keine Spannung aufbauen, kann aber durch sein hohes Tempo immerhin von Anfang bis Ende unterhalten. Der gute Cast, allen voran Brittany Murphy siedelt den Film im gehobenen Mittelmaß an. "Sag kein Wort" ist durchaus empfehlenswert. Man macht mit diesem Film eigentlich nicht viel falsch, aber vom Hocker reißen wird er einen auch nicht.