Review

Steven Seagal ist mal wieder Ex; Ex-Ehemann, Ex-Cop und Ex-Spezial-Irgendwas mit dunkler Vergangenheit.

Als Säufer und Spieler hat Matt (Seagal) einen großen Schuldenberg angehäuft. Seine Schuldscheine wurden allesamt von einem alten Herrn (Lance Henriksen) aufgekauft, der Matt nun dazu drängt, diverse Ganoven zu eliminieren ...

Storytechnisch ist also im neuen monatlichen DtV-Auswurf des Ex-Aikido-Meisters alles beim alten. Wie schon bei "Urban Justice" ist die Geschichte recht straight erzählt - und überrascht im zweiten Teil dennoch mit der einen oder anderen Wendung, die man so vielleicht nicht hätte vorhersehen können.
Spannung ist trotzdem Fehlanzeige. Viel zu gemächlich nimmt "Pistol Whipped" Fahrt auf. Regisseur Roel Reine verlässt sich in den ersten 45 Minuten zu sehr auf die Drama-Elemente rund um Matt und dessen Tochter. Und dabei weiß doch jeder, dass Seagal kein besonders guter Schauspieler ist, der auf diese Art und Weise Längen zu überbrücken versteht, auch wenn er hier vergleichsweise hoch motiviert wirkt.

Schlussendlich entscheidet aber die Action, hinter welche "Videoperle" sich "Pistol Whipped" einreiht.
Da die Budgets für Seagal-Filme inzwischen immer schmaler werden (gerade man 10 Millionen wurden hier investiert), war schon vor der Sichtung nicht mit einem Actionkracher zu rechnen.
In der ersten Filmhälfte tut sich actionmäßig wenig, doch mit Blick auf den Showdown schalten Roel Reine und Seagal einen Gang höher. Es kommt zu kurzen, von Seagal eigenhändig ausgeführten Fights, einer ordentlich inszenierten Verfolgungsjagd inklusiver Schießerei und netter Stunts - und natürlich dem bleihaltigen Finale, welches den Höhepunkt darstellt. Dort hantiert Seagal zwar nur noch mit der Waffe, dennoch ist dies die gelungenste und ausgibigste Actionsequenz im ganzen Film.

Einen großen Pluspunkt sammelt "Pistol Whipped" durch die ansprechende Location. Endlich wurde mal wieder auf US-Boden gefilmt, auch wenn wohl deshalb die entsprechende Kohle für mehr Action gefehlt hat.
Bedauerlicherweise kann gerade deshalb bisher keine der Sony-Produktionen actiontechnisch mit Seagals früheren Milliennium Films-Reißern wie "Submerged" oder "Belly of the Beast" mithalten. Aber zwei gelungene Filme in Serie sind eigentlich fast zu viel des Guten in der jüngeren Filmographie des Dicken und lassen auf einen anhaltenden Aufwärtstrend hoffen. 6/10 Punkten.

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