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Der Ex-Cop Matt Conner, der nach seinem Rauswurf bei der Polizei dem Alkohol verfallen ist und aufgrund seiner Zockerei Spielschulden in Millionen-Höhe angehäuft hat, wird von dem Kopf einer Geheim-Organisation als Attentäter rekrutiert, um mehrere Gangster um die Ecke zu bringen, die ihrer gerechten Strafe bislang entgangen sind. Die ersten Zielpersonen werden noch wie vorgesehen eliminiert, doch irgendwann erhält Matt den Auftrag, seinen ehemaligen Partner Steve zu töten... bei dem es sich zudem auch noch um den jetzigen Stiefvater seiner Tochter handelt. Statt ihn direkt ins Jenseits zu befördern, lässt Matt seinen alten Kumpel die Warnung zukommen, dass dieser nun auch auf einer Abschussliste steht, doch wie sich herausstellt, hat Steve tatsächlich Dreck am Stecken... Die Krux an sämtlichen Steven Seagal-Streifen nach der Jahrtausendwende ist in erster Linie Steven Seagal selbst, der halt dummerweise simultan sowohl deren einziger Daseinsgrund (denn es gilt, DVD-Einheiten mit seiner fetten Visage auf den Cover an die wohl immer noch vorhandene, anspruchslose Fan-Klientel zu verticken) als das größte Manko ist, denn die gelangweilt-lustlose, fast schon an reine Arbeitsverweigerung grenzende Präsenz der dicken Aikido-Kampfwurst zieht die Filmchen da ein ums andere Mal doch mächtig runter... und zwar noch ein gutes Stück tiefer, als es trotz mäßiger Produktions-Bedingungen und kunstloser Fließband-Filmerei statt solidem Handwerk auch ohne ihn eh schon der Fall wäre. Okay, "Deathly Weapon" macht, was das anbelangt, nicht wirklich eine Ausnahme, hat da im Vergleich zu so manch richtig schlimmen, vorhergehenden Streifen (oder sogar dem völlig unansehbaren "Kill Switch" aus demselben Jahr) aber doch leicht die Nase vorne, was wohl daran liegt, dass Roel Reiné hier anders als Michael Keusch und Keoni Waxman inszenatorisch nicht ganz so hart dazu gezwungen ist, permanent um seinen Hauptdarsteller herumzufilmen und hauptsächlich dessen "Stunt-Double" (von Punkt A nach Punkt B laufen fällt ja auch schon unter "Stunt", oder?) in Szene zu setzen... und darum unterm Strich in der Lage ist, zumindest mittelprächtig unterhaltsame Direct-to-Video-Action zu fertigen. Seagal scheint hier tatsächlich auch ein wenig motivierter gewesen zu sein als sonst und agiert auch in den Fights weitestgehend selbst vor der Kamera... teils zwar wieder nur im Sitzen, aber immerhin. Dass neuere Seagal-Streifen in ihren durchgängig synchronisierten deutschen Versionen immer etwas besser wirken, als in ihrer Original-Fassung - wo man deutlich hört, an welchen Stellen der Fettmops keinen Bock hatte, seine am Set vernuschelten und unverständlichen Dialoge anschließend im Studio ADR-mäßig nochmal einzusprechen und man sich dafür einfach jemand anderen geholt hat, der auch nicht wie er klingen muss - ist da übrigens schon mit einkalkuliert. Das wie immer ziemlich wirre Drehbuch (aus der Feder von "Ronin"-Autor J.D. Zeik, was fast so schockierend ist wie der Auftritt von Imelda Staunton in "Shadow Man - Kurier des Todes"!), das lediglich gewohnte Standards variiert, Seagal mal wieder den von ihm favorisierten Rollen-Typus zuschustert, bei dem keine Acting-Skills gefordert sind (sprich: den supreme Asskicker mit mysteriöser Vergangenheit, den alle mal am Arsch lecken können) und dessen Geschichte vorne und hinten keinen Sinn macht, verhindert dann aber leider doch wieder mal, dass das alles über ein gewisses B-Film-Niveau rauskommt oder gar an alte 90s-Glanzzeiten anknüpfen könnte. Mit "Driven to Kill - Zur Rache verdammt" (tatsächlich wohl der beste Steven Seagal Streifen des 21. Jahrhunderts) kann "Deathly Weapon" zudem auch nicht wirklich mithalten, aber zumindest kann man ihn sich ansehen, ohne Zahnschmerzen zu kriegen. Als zusätzliches Verkaufsargument reißt zudem Lance Henriksen als bekannter Name im Cast (Blanchard Ryan aus "Open Water" lassen wir mal außen vor) seinen Nachmittag am Set wie gewohnt souverän runter und generell werden Filme ja nicht schlechter, wenn der mitspielt, gelle...

5/10

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